Madeira 2015

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Nicht nur der MIUT T40 war ein Highlight – nein, die ganze Insel ist absolut entdeckungswert! Eine Trailrunning Destination… warm, aber nicht heiß, bergig, steil und flach nur an den Levadas entlang, anspruchsvoll und abwechslungsreich (werfe die Trails der Alpen und der Mittelgebirge in einen Topf, schüttle dreimal kräftig durch und Du erhältst Madeiratrails 🙂 ). Kein Hektar der Insel gleicht einem anderen. Wir konnten dieses Jahr nur einen kleinen Teil erforschen. Die Gegend um Machico und die Hauptstadt der Insel, Funchal. Was sicher ist: wir werden noch öfters wieder kommen. Erstens, um den MIUT Ultra85 zu rocken und zweitens, um diese wunderschöne Insel in all ihren Facetten zu erkunden… Südküste, Nordküste, Westküste, das Zentralmassiv und Porto Santo, die kleine Schwester von Madeira, ca. 50km nordöstlich gelegen. Sogar dort gibt es eine Ultratrailveranstaltung, die man bestreiten kann 😉 Ein weiterer Grund: wir haben uns in die Insel verliebt ❤

03:35 Stunden Flugzeit in Direktverbindung Stuttgart – Funchal lohnen sich. Und wenn man dann noch wettertechnisch das Glück hat so wie wir, kann man wunderbar die Alpen und die Pyrenäen sehen. Besonders stachen die Eiger Nordwand und der Mont Blanc heraus. Gänsehaut, diese berühmten Berge aus der Vogelperspektive sehen zu können:

Eiger Nordwand

Eiger Nordwand

Mont Blanc

Mont Blanc (Mitte)

Kurz vor der Landung an einem der abenteuerlichsten Flughäfen der Welt (rangiert auf Platz 7 der gefährlichsten Flughäfen) überfliegt man die östliche Spitze von Madeira, die Halbinsel Sao Laurenco.

Unsere Base war wegen des MIUT Machico, nicht mal 10 Autominuten vom Flughafen entfernt und an der Ostküste der Insel gelegen. Ein verschlafenes Städtchen, das vor allen Dingen Ruhe bietet. Nachdem der MIUT vorbei war, lag die Stadt wieder fest in den Händen der Einwohner. Trotzdem ist alles vorhanden, was man braucht – Einkaufsmöglichkeiten, günstige Restaurants mit gutem Essen, eine sehr empfehlenswerte Eisdiele, eine gute Busanbindung nach Funchal und sogar ein Hallenbad gibt es dort (werde ich beim nächsten Besuch inspizieren).

Von dort aus starteten wir unsere Trailrun- und Wandertouren:

Sao Laurenco und Walfängersteig (Trailrunning):

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Zuerst mit dem Bus zur Baia d´Abra (der Wanderparkplatz und Start für die Tour auf der Halbinsel), dann bis zum höchsten Punkt der Halbinsel, der Morro do Furado und wieder zurück zum Parkplatz. Von dort aus blieb uns nichts anderes übrig, als an der Straße entlang – mit einer kurzen Trailausnahme – nach Canical zu laufen. Den Ort haben wir durchquert und sind über den Walfängersteig zum Pico do Facho (den Gipfel haben wir ausgelassen da er mit Antennen und Masten zugepflastert ist) und einen kurzen und steilen Downhill nach Machico. Die Halbinsel Sao Laurenco ist so ganz anders als der Rest von Madeira: karg und vom Wind umtost. Das Farbenspiel verschiedenster Braun-, Rot- und Grüntöne ist awesome!, die Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen sehr schön. Für mich eines der Highlights, definitiv. Auf dieser Halbinsel war ich nicht zum letzten Mal, das ist sicher 🙂 Der Walfängersteig geht über einen Anstieg am Rand von Canical und dann oberhalb der Küste entlang durch saftige Wiesen und betörenden Kräuterdüften bis kurz unterhalb des Gipfels des Pico do Facho. Sonnige Tour, wenig Schatten, viel Wind. Einkehrmöglichkeiten in Canical. 18km, ca. 850HM + und -.

Levada da Canical – Full length (Trailrunning):

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Mit dem Bus nach Canical. Dort beginnt auch gleich der Anstieg, hoch zum Friedhof und über die Autobahn (Tunnel) drüber. Rechter Hand tut sich ein offtrailiges Gelände auf, das man nicht auslassen sollte… so muss es wohl auf dem Mars aussehen! Karg und Rot – das sind die Hauptakteure dort. Allerdings sollte man dort besonders nach Regenfällen mit etwas Voraussicht unterwegs sein, denn es gibt viel loses Gestein und alle erodiert und ist daher in ständiger Bewegung… wunderbare Ausblicke über Canical hinweg und Sao Laurenco. Bereits wenige Meter nach dem Friedhof kommt links die Levada da Canical. Nochmal ein kurzer Anstieg, dann zuerst im Slalom durch den Wald und schon bald geht es in offenem Gelände immer am Hang entlang Richtung Süden. Der Straßentunnel ist unumgänglich, birgt aber sein ganz eigenes Abenteuer. In der Mitte kommt ein kurzes Stück, wo es so stockduster ist, das man nicht mal die Hand vor Augen sieht geschweige denn den Gehweg unter einem. Die Sinne spielen schnell verrückt und es ist eine interessante Erfahrung, wie die Koordination des Laufrhythmus ins Wanken gerät, wenn der Sehsinn entfällt 😉 Nach dem Tunnel geht es gleich rechts vor einem Hauseingang weiter an der Levada entlang – einfach immer dem Wasserlauf folgen. Die Levada zieht sich ganze 12k lang das Tal des Ribeiro de Machico entlang bis zum Stadtteil Marocos. In jedem Nebental findet sich andere Vegetation und Gemüse- und Obstanbau. Und es gibt dort die nettesten VP die wir je on Tour bekommen haben 😉 Von dort aus sind wir zurück einfach immer am Fluß entlang auf der Straße wieder bis ins Zentrum von Machico gelaufen (ca. 3k, Gefälle). Die ganze Tour hatte 23k und 230HM

 Boca do Risco (Wanderung):

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Start an der Strandpromenade in Machico, entgegen der Strecke des MIUT an der Levada da Canical entlang bis zum Abzweig hoch zur Boca do Risco. Einer der berühmtesten Plätze von Madeira. Hier beginnt Richtung Westen der Schmugglersteig nach Porto Cruz, Achtung, nur für Geübte! Der Pfad ist stellenweise stark erodiert und erfordert totale Schwindelfreiheit. Am Boca do Risco hat man einen tollen Blick auf die steil abfallende Nordküste. Unser Guide Robert führte uns nach Osten und zeigte uns den Schlußabschnitt des MIUT 2013, welcher wieder auf die Levada da Canical führt. Nach dem Tunnel war Einkehr angesagt. Bis zurück ins Zentrum von Machico hat die Tour 18k mit 650HM

Levada da Serra und Levada da Portela (TrailrunningWanderung)

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Leider goß es an diesem Tag in Strömen… während unten in Machico nur ein paar Tropfen vom Himmel fielen, wurde der Regen während der Fahrt mit dem Taxi nach San Antonio da Serra immer regenreicher… als wir am Einstieg in die Levada das Taxi verliessen, goß es in Strömen. Umkehr? Zu spät 😉 Als erstes mussten wir unsere Regenklamotten anziehen (gar nicht so einfach wenn es keinen Unterstand gibt 😉 ). Entgegen aller Hoffnung ließ der Regen nicht nach und eine Stunde später reichte wandern nicht mehr aus, um uns auf Temperatur zu halten. Bloß nicht auskühlen! So entschlossen wir uns notgedrungen, immer wieder ein Stück weit zu laufen. Nur zwei Tage nach dem T40 waren die Beine jedoch noch recht schwer und plagten uns mit Anlaufschwierigkeiten. Am Ziel in Portela hatten wir Glück, denn wir mussten nur 10min auf den Bus warten, welcher uns wieder nach Machico brachte. Auf Grund des Wetters war es auch diesmal nicht möglich, den Pico de Suna zu sehen bzw. zu ersteigen… offene Rechnung! 🙂

10k mit -240HM

Levada do Bom Successo (Wanderung)

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Funchal – mit dem Bus hoch zum Stadtteil Monte. Die Touristenmassen werden schnell weniger bis sie beinahe ganz verebben, sobald man den Jardim Tropical Botanico und die Station der Teleferica (Bergbahn), welche vom Jardim Botanico hoch kommt, hinter sich gelassen hat. Es gibt dort zwei Levadas als Abstieg zur Auswahl – wir haben uns für die lt Wanderführer schwarz markierte, also schwerere von den beiden, die Levada do Bom Successo, entschieden. Also ich muss sagen – die schwarze Markierung im Wanderführer hat durchaus ihre Berechtigung… steil, manchmal gefühlt vertikal geht es nach unten in Richtung Funchal Zentrum. Krasse Gegensätze – man ist mitten in wilder Natur, begegnet so gut wie keinen Menschen  – aber man hat die Geräusche der Stadt (hauptsächlich die Autobahn) immer im Ohr und eigentlich ist man ja mitten im Stadtgebiet! Ich hatte an dem Tag etwas Probleme mit den vielen Treppen und dem steilen Abstieg, waren meine Knie doch noch nicht so ganz regeneriert am Tag 3 nach dem T40. Hat man den ersten Abstieg erstmal geschafft, geht es längere Zeit flach an der Levada entlang und man kann sehr schöne Ausblicke über die Stadt und bis zum Atlantik geniessen. Die Levada spuckt einen dann in die Stadt aus und es geht auf Strassen nochmals sehr steil ins Zentrum. 6k mit +100HM und -600HM – die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache 😉

Funchal

Zu guter letzt – noch ein paar Impressionen von Funchal

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11 Kommentare

    1. In Machico selbst gab es ein paar wenige Straßenhunde, die waren allesamt harmlos. Im Gelände waren alle Hunde entweder hinter Zäunen oder angeleint… sie nahmen ihren Job als Bewacher sehr ernst 😉 Frei laufende, aggressive Hunde habe ich nicht gesehen.

  1. Hach, soooo schön war’s! Ich freu mich schon wie Bolle auf’s nächste Mal… 🌴🌞🌵🌸🌷🏃🍦🍕🍻… ♡ :-*

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