Chronik am Hohenneuffen II

Der Beitrag platzt mittlerweile aus allen Nähten. Aktualisierungen aufgrund von Neueinträgen, allein das Öffnen des Beitrags dauert eine Ewigkeit und die schiere Datenmenge verstopft sämtliche Leitungen. Daher wird es alle 50 Einträge lang einen neuen Teil der Chronik am Hohenneuffen geben. Selbstverständlich durchnummeriert und verlinkt zu den vorherigen Teilen.

 

Hier geht es zu Teil 1!

die klassische Runde

die klassische Runde (18-20k, 800HM)

Suunto movescount Heatmap -Stand 10/2016

Suunto movescount Heatmap -Stand 10/2016

(#94) 24.11.2017, Nachmittag

18°C. 3 Tage Frühling im November liegen hinter uns. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viele Läufer es doch gibt, die sich in ihrer Kleidungswahl offensichtlich nicht nach den reellen Bedingungen (Tagestemperatur) richten, sondern rein kalendarisch festhalten. Egal ob sie sich dann einen Wolf dabei schwitzen – Longtight, Thermolangarmshirt und Jacke drüber, dicke Mütze und Handschuhe. Ist ja schließlich November. Ich erfreute mich die letzten milden Tage daran, nochmal in kurz zu laufen.

Abermals sind vier Wochen seit meinem letzten Besuch am Hohenneuffen vergangen. Ich hatte heute damit gerechnet, so richtig abzukacken. Das volle Programm. Herzrasen und -stolpern, Atemnot, *ich kotz jetzt gleich*. Ganz so schlimm kam es dann nicht. Eigentlich lief es sogar ganz gut, zwei kurze Gehpassagen an den steilsten Stellen, jedoch eher dem stark aufgewühlten oder stark verlaubten Untergrund schuldig zu schreiben. Der Kopf fällt nicht mehr in Panik in Sorge um den Verstauchten Knöchel vor sechs Wochen. Das Sprunggelenk ist ordentlich stabil und ich habe das Vertrauen wieder zurück. Der Knöchel braucht noch Pflege, denn er ist immer noch etwas dick (ich schätze vernarbtes Gewebe) und ein Couchstretch ist noch lange nicht drin da ich den Fuß noch nicht komplett strecken kann. Aber das wird auch wieder, jeden morgen Dehnübungen vertreiben Schmerz und Sorgen….

Das Laub hat sich nun mittlerweile etwas gesetzt auf den Trails, ist teilweise vom Winde komplett verweht und an anderer Stelle verfrachtet und angehäuft. Mit etwas angezogener Bremse kann man wieder ganz gut downhill laufen.

Auf der Burg war es ruhig, abgesehen vom starken Wind der mir das Fotografieren der Aussicht schwer gemacht hat.

24.11.2017, nm (01:48´17)

(#92) 21.10.2017, Mittag

Heute startete ich im Tiefenbachtal, am Waldfriedhof, um von dort über Forstwege hoch auf die Burg zu laufen. Zum einen war mir nach einer langen Kante, zum anderen kann ich Trails seit Freitag letzter Woche nur bedingt oder besser gesagt gar nicht laufen. Während unseres Urlaubs auf Menorca hatte ich mir leider bei der letzten längeren Tour (nun gut, auch wieder Glück gehabt, denn es hätte ja genausogut auch am Anfang…) den rechten Knöchel verstaucht. So richtig. Also verstaucht. Blöd und schmerzhaft. Eine Schwellung in der Größe eines Ei bildete sich binnen weniger Sekunden um den Knöchel. Ich konnte dann noch leicht humpelnd wandernd weiter. Froh, noch auftreten zu können ohne Schmerzen. Und mehr als froh, dass ich mir keinen Bänderriss zugezogen hatte. Trotz all meinen Glücks blieb jedoch der Frust und Ärger nicht aus. Ich habe Urlaub, ganze drei Wochen lang!

Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Bereits am vierten Tag nach dem Knöchelgau wagte ich ein kleines Läufchen, denn Gehen ging mittlerweile wieder problemlos. Und siehe da – ich bin wirklich stolz auf meinen Körper, der wohl die Fähigkeit besitzt, flott selbstheilende Prozesse in Gang zu setzen – war Laufen auf festem Untergrund (Asphalt) gar kein Problem. Aus dem Läufchen wurde ein erwachsener Lauf von 24k. Null Schmerzen. Nicht davor, nicht währenddessen und nicht danach. Es zeigte sich auch kein weiteres Anschwellen der betroffenen zermatschten Gewebestruktur. Jeden Abend kühle ich liegend auf dem Sofa den Knöchel und die Farbenpracht der Schwellung und diese selbst sind mittlerweile auch schon fast vollständig verblasst. So habe ich bereits zwei mittellange Läufe, rein auf festem Untergrund, diese Woche absolvieren können und die Genesung schreitet täglich foran.

Aber der Hohenneuffen. Und Trails. Die größte Hürde wird für mich sein – denn das weiß ich nur zu gut aus Erfahrung – mit dem Kopf auf Trails wieder frei laufen zu können. Dorthin muss ich mich nun langsam rantasten. Aus diesem Grund wählte ich heute eine elastische Binde für das Sorgenkind und meine Strecke so, dass ich lediglich im Uphill am Hohenneuffen die Trailvariante wählte. Von der Jahreszeit habe ich mir gleich mal einen relativ hohen Schwierigkeitsgrad herausgesucht – die Trails sind am Albtrauf schon stark verlaubt. Deshalb war ich mit großer Vorsicht und hoher Konzentration darauf unterwegs. Einen Fehltritt würde meinem Knöchel nämlich noch nicht gefallen. Ja, es war schwer im Kopf. Die Angst läuft noch deutlich mit. Den Downhill verlegte ich auf die Schloßsteige, diese war auch mit Vorsicht zu genießen aber es ging alles gut. Da wartet noch viel mentale Arbeit auf mich. Kleine Schritte machen, langsam rantasten, so komme ich auch voran.

Die Aussicht auf der Burg war grandios. Die Wolkenformationen kündigen den Wetterwechsel an. Mal schauen, aber ich denke, es war für dieses Jahr das letzte Mal, das ich in obenkurz/untenkurz hier unterwegs war.

(#91) 29.09.2017, Nachmittag

Ein schrecklicher Morgen. Aus heiterem Himmel überfielen mich, noch zu Hause, bad emotions. Angst, Überforderung, Ungerechtigkeit, Wut und Verzweiflung, dass sich trotz vieler Worte und Ankündigungen immer noch nichts an unserer personellen Unterbesetzung auf der Arbeit geändert hat. Obwohl die Anweisung zur personellen Aufstockung von ganz oben kam, vor zwei Monaten. Ich hatte nicht mal ein Schlüsselerlebniss in den voran gegangenen Tagen, welches die Gefühlslage in mir auslöste. Am Tag vorher war ich sehr relaxed. Auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad kämpfte ich gegen einen Ausbruch der Tränen und sagte immer wieder laut zu mir. „Weg! Weg, ihr schweren Gedanken – lasst mich in Ruhe!“ Dies half wenigstens ein bißchen. Anwendung meiner mir in den letzten Wochen und Monaten angeeigneten skills – Hörschutz gegen die im Stress erhöhte sensible Lärmempfindlichkeit, weitere Gedankenmantras plus die Einnahme meiner kleinen homöopathischen Helferlein. Gegen 10.00 Uhr ging es mir dann deutlich besser, das Tief war überwunden. Fortschritt! Noch vor einem halben Jahr war ein unter solchen Umständen begonnener Tag nicht mehr für mich zu retten und ich ertrank kraft- und energielos im Meer aus Frust und Verzweiflung.

Puuh, ganz schön warm war´s in der Sonne. Mein Körper hat sich schon auf den Herbst und kühlere Temperaturen im Wohlfühlbereich umgestellt. Im Wald war es dann super. Ich lief auf der klassischen Runde auf die Burg, um im Anschluss noch ein paar zusätzliche Kilometer anzuhängen. Über Wilhelmsfels, Astropfad und HW1 hinüber zur Alten Neuffener Steige und dann über die Neuffener Heide zurück zum Ausgangspunkt am Bahnhof in Linsenhofen. Wahnsinn, was dieser kleine Berg und sein Dunstkreis an irre vielen Trails bietet. Und wie heilsam doch so ein Trailrun sein kann 🙂

Der Herbst ist eingezogen. Es wird immer bunter am Albtrauf. Eine Labe für die Augen und die Seele. Bald werden die Trails verlaubt sein und dadurch mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit fordern. Ich freu mich drauf!

30.09.2017, nm (01:45´10)

Neuffener Heide

(#90) 15.09.2017, Nachmittag

Tschinderassa Bum! Nein, keine neue Bestzeit, nicht mal annähernd. Dafür mit richtig viel Bock, Energie, Lust und einem Cloudporn. Ich liebe es, wenn die Bewölkung wechselt, sich in einer Dramaturgie zeigt, bei der man nie weiß, was als nächstes kommt. A W E S O M E. Und langsam und ganz leise spüre ich in mir wieder das Gefühl, welches die Leidenschaft und das Feuer im Herzen erwachen läßt. Die Leidenschaft und das Feuer im Herzen, die Lust auf den Hohenneuffen. Die Leidenschaft und das Feuer im Herzen, die Lust, nächstes Jahr mal wieder an einer oder mehreren Veranstaltungen/ Wettkämpfen teilzunehmen. Einen richtigen Ultratrail zu rocken. Dieser Teil meines Selbst, das verloren gegangen war. Erdrückt und kraftlos in den unendlichen Tiefen meiner mentalen Erschöpfung versteckt, befürchtet, verloren gegangen zu sein. Es kommt wieder. In kleinen Stücken. Und selbst wenn dies alles ist, was ich wieder zurück bekomme, ist es so unendlich wertvoll!

15.09.02017, nm (01:47´47)

(#89) 24.08.2017, Mittag

Nachdem am voran gegangenen Wochenende und am Anfang der Woche Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und ein hohes Besuchsaufkommen der hauseigenen Toilette meinen Tagesablauf bestimmten, nutzte ich den Rest der Woche voll aus, um meinem geschundenen und erschöpften Hirnstübchen Wellness in all seinen Facetten zukommen zulassen. Eine Facette war eine lange Kante. Vom Tiefenbachtal auf den Hohenneuffen, über die Bassgeige mit Brucker Fels und Beurener Fels und wieder zurück zum Auto. Der Kopf labte sich, der Körper musste ackern. Die Schwüle setzte mir deutlich zu. Oben auf der Alb und entlang der Kante erfrischte ein leises Lüftchen. Die Temperaturen lagen nicht mal so hoch,die Luftfeuchtigkeit tat ihr übriges. So what – der Sommer ist bald rum…

(#88) 20.07.2017, Nachmittag

Die gesamte Woche bisher war geprägt von Müdigkeit. Mein Körper musste der Hitze Tribut zollen. In der Nacht von Mittwoch auf heute kam dann die ersehnte Abkühlung. Pünktlich zum Feierabend hörte der Regen auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Natürlich war es schwül. Trotzdem konnte ich mich für die klassische Runde am Hohenneuffen aufraffen. Die Anstiege liefen immer dem gleichen Rhythmus folgend ab. Die Downhills gestalteten sich etwas schwieriger. Schon sichtlich mental von der Arbeitswoche geplättet, konnte ich nicht die volle nötige Konzentration und Koordination mehr abrufen. Also lieber dann einen Gang runterschalten.

Abermals zeigte sich, das der Hohenneuffen als Fels in der Brandung an meiner Seite stand. Bereits am Mittwoch spürte ich, wie Angst und Unbehagen im Hinblick auf die kommenden Wochen auf Arbeit leise in mir aufstiegen, obwohl ich vom Kopf her entspannt war. Bewußtsein und Unterbewußtsein sind eben doch nicht immer eins. Der Lauf am Hohenneuffen half – wie so oft – meinem Unterbewußtsein, sich wieder zu entspannen. Danke, danke, danke.

20.07.2017, nm (01:49´34)

 

(#87) 05.07.2017, Nachmittag

„Soll ich nun oder soll ich nicht? Laufen oder vielleicht mal mit dem Rad auf den Hohenneuffen? Wenn nicht dorthin, dann wo sonst hin? Yoah, ganz schön heiß heute… aber eigentlich – so schlimm nun auch wieder nicht. Ok, ich versuch´s. Jetzt habe ich extra geschaut, das ich pünktlich Feierabend mache, dann sollte ich die Gelegenheit auch wirklich nutzen, um mich am Hohenneuffen zu bespaßen. Und wenn alle Hitzestricke reißen, dann kann ich ja immer noch die Anstiege gehen statt laufen.“

Mit diesem Monolog bin ich auf meiner Heimfahrt nach getaner Arbeit beschäftigt. Ein wenig Bammel habe ich schon. Besser gesagt, Respekt. Aus den vergangenen Jahren weiß ich, dass die klassische Hohenneuffenrunde bei Temperaturen über 30°C alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Das kann höllisch werden. Wobei die mentale Komponente beim Laufen in der Hitze letztendlich den Erfolg oder die Kapitulation ausmacht. Für 2 1/2 bis 3 Stunden kann man das Laufen bei Hitze locker aushalten, sofern man genügend Flüssigkeit dabei hat. Der Kopf und die darin wohnenden Gedanken entscheiden, ob das Laufen erträglich ist oder mit viel Leiden verbunden wird. Ein wenig darf ich mir da dieses Jahr auf die eigene Schulter klopfen. Mir gelingt es ziemlich gut und erstaunlich leicht, die Hitze im Kopf nicht zuzulassen. Natürlich spüre ich sie, aber ich lasse sie nicht so weit in mich eindringen als dass negatives Gedankengut daraus entstehen könnte. Entweder denke ich an etwas völlig anderes oder ich verknüpfe die Hitze mit positivem Gedankengut (z. Bsp. leiere ich ein Matra runter „Sommer ist nur einmal dieses Jahr“). Unterstützend nutze ich materielle kleine Tricks, um die Kerntemperatur meines Körpers so niedrig wie möglich zu halten: Trinkblase schon Stunden vorher füllen und im Kühlschrank lagern. Jede Möglichkeit bei Bedarf unterwegs nutzen, um den Körper wieder herunter zu kühlen (Quellen, Brunnen). Als sehr effektiv hat sich ein Schweißband für das Handgelenk erwiesen. Dieses, mit kaltem Wasser getränkt, kühlt den Puls und somit den ganzen Körper.

So ausgerüstet lief es dann doch gut. Die ersten Anstiege in der prallen Sonne waren grenzwertig, später jedoch im Wald mit viel Schatten gut auszuhalten. Meine Oberschenkel hatten sich vom letzten Sonntag noch nicht ganz erholt, aber auch die spulten ihre Aufgabe ab wie ein Uhrwerk. Die Belohnung für die Mühe war die Ruhe auf der Burg, ein gekühltes Saftschorle, ein allerfeinst gestalteter Feierabend, Stolz über die erbrachte Leistung und Zufriedenheit. Und die ersten Sonnenblumen erquicken bereits das Gemüt 🙂

Was ich bereits letzte Woche versäumt hatte zu erwähnen: der Frost Ende April verursachte heuer hierzulande einen Ernteausfall bei den Kirschen von 100%. Da hatte ich mich getäuscht. Ursprünglich dachte ich, da die Kirschblüte zum Zeitpunkt des Frostes schon durch war, dass die Kirschen kaum etwas abbekommen hätten. Bei den Äpfeln sieht es besser aus, aber auch hier wird die Ernte eher spärlich ausfallen. Nun kommt es darauf an, ob der Sommer ein wenig wechselhaft bleibt und somit dem Wachstum und Gedeihen der Äpfel entgegen kommt. Leider trägt der Quittenbaum bei meinen Eltern im Vorgarten in Nürtingen nicht eine einzige Frucht. Auch hier ist der Erntausfall 100%.

05.07.2017, nm (01:44´12)

 

(#86) 27.06.2017, Vormittag

Hui – ich sehe gerade, das ich genau einen Monat nun nicht mehr am Hohenneuffen war. Und die klassische Runde? Bereits mehr als 6 Wochen…. also dafür bin ich mit meiner derzeitigen Leistung sehr zufrieden. Sie unterscheidet sich nämlich nicht trotz wochenlanger Abstinenz vom Berg und ebenso fehlenden Alternativen in meiner derzeitigen Laufvita von den Leistungen vergangener Jahre. Ok, die Oberschenkel schreien etwas lauter und schneller, aber dies hier im Beitrag zu erwähnen ist im Grunde genommen nicht mal das Tippen der Tastatur wert. Ja, so langsam und in manchmal kleinen oder manchmal großen Schritten finde ich den Weg aus meiner mir in den letzten Jahren eingefangenen mentalen Erschöpfung. Zu behaupten, das ich die mentale Erschöpfung überstanden habe und wieder bei vollen Kräften bin, wäre maßlos übertrieben. Noch immer bin ich mir bewußt, das ich eine große Aufmerksamkeit auf die Tücken meines (Berufs)Alltags legen muss, um nicht erneut zu erkranken. Guten Gewissens weiß ich jedoch, das meine Hauptbatterie wieder fast ganz in Schuss ist und es nun mehr für mich darum geht, meine Ersatzbatterien auch wieder in Gang zu bekommen.

Die Lauferei und Trailrennerei hilft mir dabei. Sie hilft mir in dem Sinne, das ich gedanklich zu den Triggerpunkten in meinen Verhaltens- und Gedankenmustern gelange, welche es für mich zu ändern gilt um a) wieder vollständig zu gesunden und b) mental gesund zu bleiben. Auf Dauer versteht sich. Mich nicht mehr von Lebenssituationen in die Abwärtsspirale ziehen zu lassen. Ja, ich hätte meinen Job an den Nagel hängen können um nicht dort zu landen, wo ich letzten Herbst gelandet bin. Aber für mich wäre es wie eine Flucht gewesen, die mir zwar den schlimmsten Moment (vorerst) erspart hätte. Aber die Flucht hätte mich nicht gelehrt, in Zukunft mit stressvollen Zeiten so umgehen zu können, das sie mich nicht mehr angreifbar machen und somit die ganze Abwärtsspirale Richtung Burnout, Depression und dergleichen in Gang kommen kann. So hatte ich entschieden, mich dieser Herausforderung zu stellen. Und diese Herkulesaufgabe zu bewältigen benötigt Energie. Energie, die ich mir aus all meinen Lebensbereichen zusammen spare ohne selbst zu kurz zu kommen. Es ist wie einen Ultra zu laufen. Einen Ultra zu laufen und nebenbei die ganzen Erfahrungen, Tipps und Kniffs zu sammeln, welche zur erfolgreichen Bewältigung dessen benötigt werden. Rückschläge, ups and downs inklusive. Selbstverständlich braucht es genauso auch das Quäntchen Glück, um ins Ziel zu gelangen. Und Geduld. Viel Geduld.

Deshalb wird wohl 2017 als das Jahr eingehen, in dem ich seit Beginn meines Trailrunninglebens am wenigsten an diesem Berg zum Laufen war. Trotzdem ist und bleibt dieser Fels in der Brandung unendlich wertvoll für mich und ich weiß jeden Lauf dort zu tiefst zu schätzen.

Auch heute, wo der Schweiß in Strömen floss, der Wind immer mal wieder für kurze Abkühlung sorgte und ich abermals die Ruhe am Berg und auf der Burg genießen durfte 🙂

27.06.2017, vm (01:44´52)

(#85) 27.05.2017, Vormittag

Heute habe ich einfach all meine läuferischen Bedürfnisse in einen Lauf gepackt: zügig auf befestigten Wegen, durch den Wald, Aussicht, Höhenmeter und Trails am Hohenneuffen. Keine Autofahrerei, kein Zugfahrplan den ich einhalten soll. Früh ging es los (bereits um viertel nach sieben), von der Haustüre weg und hoch zum Hohenneuffen. So in dieser Form bin ich die Strecke noch nie gelaufen, früher startete ich immer vom Tiefenbachtal aus in Richtung Alb. Mittlerweile empfinde ich es jedoch unnötig, 3km mit dem Auto zum Parkplatz im Tiefenbachtal hin- bzw dann auch wieder zurück zu fahren, Wechselklamotten mitzuschleppen und und und…. deshalb habe ich  die Laufstrecken etwas angepasst, für gleichbleibende Länge (heute 33k) oder eben dann gesamt 6k mehr, denn das ist die Distanz, welche ich von der Haustür hin und zurück ins Tiefenbachtal zurechnen muss. Es war wunderbar ruhig auf der Burg, am Berg und im Wald. Morgen brennt am Hohenneuffen die Hütte, denn der Hohenneuffen Berglauf ruft und die Elite der Baden-Württembergischen Bergläufer rennt den Berg hinauf als ob es kein Halten geben würde. Das ist schon krass, wie schnell manch einer die Strecke von 9,3k und 550HM hinter sich bringt. Nein, wir laufen morgen nicht mit. Aber wir werden, gemeinsam mit meinem Papa, auf einer kleinen Wanderung zur Burg als anfeuerndes Publikum unsere Begeisterung zeigen. Das wäre dann auch das erste Mal, das ich Zaungast bei dieser Veranstaltung bin.

Der Sommer ist da, und der Schweiß floss in Strömen. Zum Glück gibt es die Möglichkeit, auf der Burg und am Jakobsbrunnen, mitten im Wald im Tiefenbachtal gelegen (der hat mich schon aus so mancher Hitze/Durstbreduille gerettet). Immer kaltes Wasser, ohne Probleme trinkbar – eine herrliche Erfrischung!

Der Lauf in dieser Form hat mir großen Spaß gemacht und ich werde diese Strecke sicherlich mal öfters laufen – hauptsächlich, wenn ich in aller Herrgottsfrühe bereits los möchte 🙂

 

(#84) 17.05.2017, Vormittag

Frühsommer! Sonne, blauer Himmel, warme Temperaturen. Die Ruhe des Vormittag. Die Einsamkeit am Berg. Trockene Trails. Derzeit ungewohnt viele Höhenmeter im Auf und Ab – gut gemeistert! Ein ungetrübtes Panorama. Die Beine fit. Der Körper fit. Der Geist fit. Der rechte Fuß ist immer noch ein wenig lädiert vom Fahrradunfall vor zwei Wochen – aber nichts, was beunruhigend werden könnte. Die Kirschen stehen für dieses Jahr auf der Kippe. Ob das noch was wird? Wohl eher nicht, die Frostschäden sind nicht unerheblich. Betrunkene Piloten? 02h50m, 20k, 840HM+/- Trailrunning in vollen Zügen genossen 🙂

17.05.2017, vm (01:44´04)

(#83) 29.04.2017, Vormittag

Endlich ist wieder ein kleines Stück vom Frühling zurück. Der Wintereinbruch ist zwar typisch für April – jedoch die Stärke und Dauer doch eher etwas aus der Reihe tanzend. Im Neckartal blieb es bei ein klein wenig Schneeregen. Aber oben auf der Alb, da blieb der Schnee liegen. Viele Obstbäume und Weinreben müssen dem Kälteeinbruch Tribut zollen. Die Ernte im Herbst wird wohl sehr spärlich ausfallen. Die Kirschblüte war bereits durch bevor der Wintereinbruch kam, mal schauen in wie weit sich diese Bäume retten konnten. Das wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bei den Äpfeln sieht es schlecht aus. Die Zeit wird es zeigen…

Ich nutze den trockenen und arbeitsfreien Tag, um einen Ü30k zu laufen. Da mir in den letzten Monaten meistens der Aufwand zu hoch ist, mit dem Auto nach Linsenhofen zu fahren (die hin- und Herfahrerei, das Bereitlegen und Mitschleppen von Wechselklamotten, Ausziehen, Umziehen) und die klassische Hohenneuffen-Runde zu laufen, schaue ich, das ich den Hohenneuffen und überhaupt die Alb in meine langen Kanten einbinde. Am liebsten ist es mir derzeit, mit der Bahn zu irgend einem Startpunkt zu fahren und von dort aus über eine schöne und traillastige Runde wieder nach Hause zu laufen. Oder ich starte direkt von der Haustüre weg.

Der Ströhmfeldweg sollte es mal wieder sein. Einen Teil bin ich zwar erst vor zwei Wochen gelaufen, jedoch diesmal entgegen gesetzt und über Hörnle und Jusi nach Kohlberg, hinunter nach Tischardt und über den Kirchert nach Nürtingen. Gestartet bin ich in Linsenhofen. Der Tag versprach zuerst, recht sonnig zu werden – die Wolken nahmen jedoch im Tagesverlauf wieder zu. Am Hoheneuffen war es trotz einer Festgesellschaft relativ ruhig und unterwegs traf ich nur Wenige. Im Kirchert kreuzte ein tiefenentspannter Fuchs meinen Weg.

29.04.2017, vm

(#82) 14.04.2017, Mittag

Haha – Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall. Just nachdem ich meinen Höhenflug auf den Hohenneuffen am 27.03.2017 beendet hatte, in den Tagen zuvor noch mühelose 24k zur Arbeit in einer bravourösen Zeit hingelegt hatte und gleich am Tag danach noch über die Isartrails in München gefegt war, kam der Fall am nächsten Tag. Ein tiefer Fall. Ein Knockout. Nichts ging mehr. Schlapp, kraftlos, müde. So sehr, das ich nicht in der Lage war, meinen Arbeitstag zu Ende zu bringen. Ich hoffte noch kurz, dass dieser Zustand so schnell wie er gekommen war vielleicht wieder gehen würde. Mittwochs war klar, neee, der Gefallen wurde mir nicht zuteil. Ein Infekt hate mich – bereits zum dritten Mal im Frühjahr während meiner fünfjährigen Trailrunningkarriere – gepackt. 9 Tage lang ging gar nichts mehr. Die ersten Laufversuche dienten lediglich dazu, den bitter benötigten Schleimauswurf in meinen Atemwegen halbwegs in Gang zu bringen. Auch wenn es wieder eine schwere Prüfung war (das Frühjahr ist dür DIE Jahreszeit um der Trailrennerei besonders viel Raum zu geben), sie ist nun bestanden. Seit letztem Wochenenende geht es wieder bergauf, die 20k-Loops brachen den restlichen Bann. Heute wollte ich die Zeit nutzen, um endlich, endlich mal wieder einen 30k zu laufen. Das wäre nämlich erst der zweite für dieses Jahr. Es lief gut – so gut, das ich unterwegs beschloss, noch einen extra schlenker anzuhängen. Aus den geplanten 30k wurden dann unerwartete 38k.

Mein Run führte mich von Bad Urach über die Ermstaler Höhen und dem Hohenneuffen, den extra Schlenker Bassgeige und durch das Tiefenbachtal dann final bis zur Haustüre. weite Strecken war ich allein unterwegs, am Hohenneuffen steppte jedoch der Ferien-internationalTouri-Bär, so dass ich es abermals zu schätzen weiß, unterhalb der Woche dort zu sein. Das Erfreuliche war, dort Bekannte zu treffen und ein wenig mit ihnen zu ratschen 🙂

14.04.2017, m

Da ich mir noch nicht sicher bin, ob ich Zeit und Lust habe, über diesen heutigen awesome Trailrunningtag noch einen separaten Bericht zu schreiben (der Trailanteil lag übrigens bei 75%, 20% Forstweg und 5% Asphalt), knall ich hier schonmal die schönsten Bilder rein:

Das schönste Ziel der Welt ist die eigene Haustür 🙂

(#81) 27.03.2017, Nachmittag

WOHA! Was war denn heute los? Der kommende Frühling? Der blaue Himmel? Die angenehme Temperatur? Die Sonne? Das zarte Aufblühen der Natur? Das erste Mal in kurz/kurz hier für 2017 (natürlich abgesehen vom Urlaub kürzlich…)? Die geklaute Stunde der Zeitumstellung am Wochenende (Puuuh… wohl eher nicht, *gähn*)? Oder womöglich doch die neuen Socken, in denen „Speed“ vielleicht doch drin steckt und nicht nur aussen drauf steht?

Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich war es der Mix aus Allem. Ich bin heute, als ob es nix besonderes wäre, als ob ich dort beinahe jeden Tag laufen würde (Pffff – ich bin ja schon froh, wenn ich wenigstens einmal pro Monat zum Hohenneuffen komme), so mir nix dir nix und völlig ohne spezielle Ambition auf eine gute Gipfelzeit die zweit schnellste Gipfelzeit ever gelaufen. 01:36´52. Punkt.

27.03.20147, nm (01:36´52)

(#80) 03.03.2017, Nachmittag

Für den ersten 30k des Jahres suchte ich mir das Pralienarmband XL heraus. Trotz des Umstandes, dass die letzte längere Kante mit Tendenz zur 30k-Marke auch schon wieder 2 Monate her ist, lief es ganz gut. So langsam machts es sich bemerkbar, dass ich weniger auf der Alb und mehr im Unterland unterwegs bin. Dort ist es zwar auch immer profiliert, jedoch mit deutlich weniger Hönenmeter. War also ganz schön anstrengend. Besonders die Anstiege. Wadenzwicker. Macht nichts, es ist ja gut, wenn Platz zur Steigerung vorhanden ist. Trotzdem dachte ich mir, als ich so unterwegs war, das es wohl nicht schaden würde, wenn ich wieder öfters den Weg auf bzw an die Alb finden würde. Ich hoffe, dass sich die Lust darauf in den kommenden Wochen und Monaten wieder steigern wird. So langsam befinde ich mich auf dem Weg der Besserung aus meiner von Stress verursachten Nebennierenschwäche Stadium I. Über den Berg bin ich jedoch noch lange nicht. Eher befinde ich mich gerade in einem Gebirge, oder besagt gesagt, in den Gebirgausläufern. Die Berge, die ich auf meinem Weg zur Genesung zu überwinden habe, werden kleiner. Mental fühle ich mich zwar recht stabil geerdet, bin (gefühlt) nicht gestresst. Aber – da lauern ja auch noch andere Stressfaktoren, die einem unbewußt zusetzen. Lärm zum Beispiel. Diesem war ich in den letzten beiden Wochen besonders ausgesetzt – und die Quittung kam. Am Mittwoch konnte ich gerade eben so noch das Ruder rumreissen, um nicht in einen Hörsturz zu schiffen. Glück gehabt und wieder was dazu gelernt. Die Sensibilität auf Lärm machte sich wohl schon länger bemerkbar, denn immer öfter lief ich in letzter Zeit ohne Musik im Ohr. Hauptsächlich jedoch deshalb, weil die Vogelstimmen wieder deutlich zunehmen und ihnen zu lauschen ist einfach wunderbar. Ich hörte es sogar zweimal um mich herum tief summen – entweder waren es Hummeln oder diese großen dicken Stubenfliegen, so genau kann ich es nicht sagen, denn ich habe die Insekten nur gehört und nicht gesehen. Der Frühling kommt – zwar noch recht zaghaft, aber er ist auf dem Weg 🙂

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03.03.2014, nm

(#79) 14.02.2017, Nachmittag

Viele Wochen sind vergangen, seit ich das letzte Mal hier am Berg war….hmm… mal nachrechnen… ok, 7 Wochen. Ich hatte keine Lust. Auf der einen Seite zeigte sich die Unlust witterungsbedingt (Schnee und Eis und Kälte), auf der anderen Seite war wohl auch mal eine Pause bzw Abstinenz nötig. Erzwingen wollte ich nichts, denn unter Zwang dort zu laufen hätte nichts gebracht, ausser vielleicht, das ich danach noch weniger Lust verspürt hätte. Meine Prioritäten hatten sich auch in den letzten Wochen auf die Rückgewinnung meiner Gesundheit fokussiert. Nach der Panikattacke im November war klar, so konnte ich nicht weitermachen. Wenn ich jetzt nichts tat, dann würde mich der Stress völlig auffressen und ich wäre auf den letzten Metern zum Ziel „Burnout“ gewesen. Es war unumgänglich, ich musste umkehren. Nur wie? Diese Frage, die größte aller Fragen, den Weg – oder überhaupt einen Weg – aus dem Teufelskreis Überforderung, Frustration und Stress zu finden, überforderte mich. Gedankenkreisel. Über zwei ganze Jahre lang. Ich entschloss mich, Hilfe bei einer Heilpraktikerin zu suchen und habe sie dort dann auch gefunden. Nun geht es für mich mittlerweile wieder in kleinen Schritten zur Besserung, ich spüre eine deutliche Energierückgewinnung und werde mental wieder stabil. Auch Befindlichkeitsstörungen nehmen immer mehr ab. Endlich geht es wieder aufwärts!

Gestern gab es dann kein Halten mehr. Blauer Himmel und die Minusgrade vom Morgen hatten sich verzogen und machten zweistelligen Plusgraden Platz. Mein Geist und mein Körper gierten nach dem Hohenneuffen. Enttäuscht wurde ich nicht. Die Anstiege liefen konditionell wie am Schnürchen. Einzig meine Wadl´n sind geshreddert. Aber auch das vergeht wieder 🙂

Ich war sogar so entspannt unterwegs, das ich beim zweiten Downhill am Abzweig zum dritten Uphill erstmal vorbei gecruist bin und wieder zurück laufen musste. Die Trails sind komplett schneefrei. Die Aussicht umwerfend. Endlich, endlich ist die Lust wieder da. Ich freue mich so sehr auf die kommenden Monate, den Frühling, die Sonne, die Wärme, die zunehmende Unbeschwertheit, die vielen Stunden während den langen Kanten an der Kante!

14.02.2017, nm (01:47´36)

14.02.2017, nm (01:47´36)

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(#78) 28.12.2016, Vormittag

Au Backe…. das war heute ein harter Kampf. Mein Magen – wie so oft und damit prägend für dieses Jahr – wollte nicht so richtig. Der Frühstückstee lag wie ein Stein im Magen. Bzw. begann mein Magen nach dem Genuß des Frühstücks nicht mit der Verdauungstätigkeit. Seit dem vergangenen Wochenende plagt mich dieser Umstand immmer wieder – mal mehr, mal weniger – völlig loslassen tut er mich nur selten. Das ist der Preis (und fürwahr nicht der einzigste), den ich für über ein Jahrzehnt andauerndes „zu viel unter Strom stehen“ seit dem Frühjahr dieses Jahres nun bezahle. Meine Nebennieren sind es leid, immer und immer wieder so viel und viel zu viel Cortisol produzieren zu müssen. Dabei die anderen ihr zugetragenen Funktionen nicht zu vernachlässigen. Sie schwächeln und ich kann es ihnen nicht mal verübeln. Seit der letzten Cortisol-Überschwemmung in der zweiten Hälfte vergangener Woche haben meine Nebennieren sich dafür entschlossen, wohl weniger Magensäure als benötigt zu produzieren, weil sie ja von der Cortisolproduktion noch nicht regeneriert sind. Deshalb stockt meine Verdauung immer wieder und dann wird selbst eine Tasse Tee zu einem Stein im Magen. Ja, ich bin dran, meine physische und psychische Gesundheit wieder zu erlangen – jedoch ist es ein weiter Weg den ich noch vor mir habe und meine Armee an Befindlichkeitsstörungen wird mich sicher noch einige Zeit begleiten.

Die Anstiege zogen mir heute regelmäßig den Stecker. Flach und bergab lief es problemlos, aber wehe es kam ein Anstieg – da rebellierte der Magen doch heftig. Ein Besuch im toten Blickwinkel eines Busches nach ca. 6km gab erste zarte Besserung. Beim zweiten Anstieg kam ich sogar weiter laufend hoch als ich dachte – dieser zweite Anstieg wird im oberen Viertel richtig steil und fordert einige Körner. Ein paar Körner hatten heute dann doch gefehlt – die letzten 15 Meter gönnte ich mir gehend, wollte ich doch keinen kollabierenden Magen provozieren. Danach wurde mein Magen dann zwar in sehr kleinen Schritten, aber doch merklich besser. Den dritten Anstieg und den steilen Schlußanstieg auf die Burg schaffte ich dann wieder durchgehend laufend. Ein winziger Bissen Haferriegel auf der Burg tat nicht ungut und trug mich zurück zum Auto. Der Kaffee „To Go“ auf der Heimfahrt wurde freundlich von meinem Magen begrüßt. Kein Wunder bei dieser message *g*

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Im Neckartal war es sonnig als ich los fuhr. Die Alb lag unter einer Decke von Hochnebel. Die Trails haben dank dem Wind vom vergangenen Wochenende merklich weniger Laub aufliegen und die Downhills machten ganz schön Spaß. Ob ich es dieses Jahr nun nochmal schaffe, dem Hohenneuffen einen Besuch abzustatten – ich hoffe es zumindest. Denn eine lange Kante würde ich schon noch gerne auf die letzten Tage im Jahr in meine Beine brennen – vorausgesetzt, mein Magen gestattet es mir 😉

28..12.2016 vm (01:45´51)

28..12.2016 vm (01:45´51)

Im Unterland scheint die Sonne

Im Unterland scheint die Sonne

(#77) 21.12.2016, Nachmittag

Wintersonnenwende! Ab morgen werden die Tage endlich wieder länger. Ich freue mich wie ein kleines Kind und kann es kaum erwarten, bis der Winter vorrüber ist, auch wenn er ja erst heute begonnen hat. Trotzdem, es geht sonnentechnisch gen Frühling und Sommer 🙂 Die bewußte Wahrnehmung, dass uns das Tageslicht wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt, wird zwar noch eine Weile dauern – für mich gefühlt wahrscheinlich eine halbe Ewigkeit – aber es ist unumkehrbar und sicher, dass die Wende vollzogen ist.

Der kürzeste Tag des Jahres zeigt sich Nebel- und Wolkenlos. Die Sonne scheint mit ihrer ganzen Kraft, vermage jedoch nur bedingt die Kälte durchdringen. An den Nordhängen und den Stellen, die sich im Dauerschatten befinden, hält sich der Reif. Um nicht bei Dunkelheit erst auf der Burg anzukommen, entscheide ich mich, heute alle Fünfe gerade sein zu lassen und lasse deshalb das „Dritte Mal hoch“ weg und laufe bereits nach dem zweiten Mal hoch auf die Burg. Auch meine Gesundheit dankt es mir denn mein Cortisolspiegel war ohnehin am Vormittag wieder in Sphären auferstiegen, die alles andere als mir zuträglich sind. Einige Besucher der Burg kommen mir entgegen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Sonne bereits am Horizont unter gegangen ist. Trotzdem erlebe ich eine der schönsten Stimmungen ever auf meinem Gipfel of awesomeness… also alles richtig gemacht! Ein paar Tränchen muss ich deshalb mal wieder verdrücken… am liebsten hätte ich ihnen freien Lauf gelassen. Aber zum flennen ist es zu kalt. Und ich mag ja nicht beinahe jedesmal dort oben stehen und weinen *shy*

Den Rückweg koste ich in voller Länge aus. Meine Augen haben sich noch nicht an das Laufen mit der Stirnlampe gewöhnt. Ich nehme visuell den Untergrund eher zweidimensional wahr. Die dritte Dimension muss ich mit meinen Füßen erfühlen. Überall glitzert es um mich herum. Zwischen Balzholz und dem Downhill zum Lettenwäldle bleibe ich stehen und blicke noch einmal – wie so oft – zurück, um mich von meinem Hausberg zu verabschieden. Ich wünsche ihm Frohe Weihnachten. Für den Wunsch zum Guten Rutsch komme ich nochmal rechtzeitig wieder. Das Dreigestirn Hohenneuffen-Hörnle-Jusi lässt für mich den Abendstern – die Venus – erstrahlen.

21.12.2016, nm

21.12.2016, nm

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(#76) 09.12.2016, Nachmittag

Inversionslage – im Neckartal ist es kalt, auf der Schwäbischen Alb wird es mit zunehmender Höhe immer wärmer. Abermals ist der Fahrkartenautomat in der Tälesbahn defekt und ich fahre für Umme nach Linsenhofen. Eine lange Kante ist angesagt. Hoch auf den Hohenneuffen, rüber zur Bassgeige und dann nach Hause. 31k und knapp 900HM. Während ich noch zur Bahnhaltestelle in Nürtingen sehr stramm gehend versuche, der Kälte des Tales zu trotzen, wird es bei zunehmender Höhe immer wärmer. Immerhin lässt sich meine Longtight zu einer 3/4 Tight umkrempeln. Gefühlt wäre mir jedoch die Kurztight ausreichend gewesen. Na, egal. Später werde ich die Langversion der Hose wieder brauchen. Immerhin laufe ich ja wieder ins Tal zurück und bis dahin wird auch das Tageslicht vergangen sein und ich werde noch meine Stirnlampe brauchen.

Zweimal laufe ich über verschiedene Trails hoch. Beim zweiten Mal habe ich beim Einstieg in den Singletrail ca. 30m vor mir einen Mountainbiker, der sich nach oben kämpft. Es ist dort nicht allzu steil, deshalb gehe ich am Anfang davon aus, das ich ihn nicht einholen werde (ab einem bestimmten Steigungsgrad aufwärts ist man zu Fuß immer schneller als auf dem Bike). Jedoch reduzieren sich die Distanzmeter zwischen ihm vor mir und mir hinter ihm recht flott deutlich. In Gedanken male ich mir aus, welche Reaktionen mir wohl entgegen gebracht werden, wenn ich ihn Bitte, mich doch kurz vorbei zu lassen. Vielleicht schafft er es ja, noch bis zur Kehre vor mir zu bleiben – dann würde er mich von allein bemerken. Daraus wird aber leider nichts. An einer Steinstufe muss er absteigen – ich bin nur noch 2 Meter hinter ihm, er hat mich noch nicht bemerkt. Natürlich nutze ich die Gelegenheit „Kann ich kurz durch?“ und laufe an ihm vorbei. Mei – er erschreckt sich sehr, dass da noch jemand auf diesem Trail unterwegs ist… Ehrlich gesagt, tut es mir ja immer leid, dass die Leute erschrecken, wenn man von hinten angelaufen kommt und sie überholt – aber ich kann ja auch nichts dafür. Kurz gesagt, der Biker war wohl „not amused“. Ich habe keine Ahnung, ob er mir was hinter her gerufen hat – ich hatte Musik auf den Ohren. Aber irgendwie muss ich wohl seinen Ehrgeiz angestachelt haben, denn plötzlich trat er kräftig in die Pedale um an mir dran zu bleiben. Ungefragt in den Wettstreit zu treten – das kann ich ja gar nicht ab. Im Schwimmbad ist das leider die Regel. Was haben die Männer bloß? Alles wird zu einem Wettkampf auserkoren. Besonders dann, wenn Frauen sportlich gesehen stärker sind als sie… Am Ausstieg aus dem Trail isrt er nämlich nur ganz kurz hinter mir. Da es nicht wirklich flacher auf dem zweiten Teil des Trails wurde, kann es also nicht sein, dass er in seinem Tempo, welches er vor meinem Überholen drauf hatte, weiter gefahren ist. Sonst wäre er mir nicht so dicht auf die Pelle gerückt. Am Ausstieg des Trails biege ich wie immer links auf den Forstweg ein, der mich zum nächsten Trail in Richtung Burgantieg führt. Er dagegen biegt rechts ab. Kein Lächeln, kein gar nichts. Nur grimmiges Anstarren. Da vergeht dann auch mir die ihm entgegen gebrachte freundliche Gesichtsmimik und ich bin froh, wieder ohne Verfolger unterwegs zu sein. Als ich auf die Burg hoch laufe, kommt er mir entgegen gefahren. Kein Lächeln, kein Nicken, nur blödes Anstarren. Zum Glück ist dieser Herr eine Ausnahme, denn alle anderen Biker, die ich bisher auf den Trails am Hohenneuffen getroffen haben waren sehr nett. Hmmm…. es war aber bisher auch immer so, das ich hoch und sie runter auf dem Trail kamen. Oder andersrum 😉

Auf der Burg ist es sehr ruhig. Allzu lange halte ich mich nicht auf. Ich habe noch knapp 20k vor mir bis ich zu Hause bin. Überall ist es ruhig. Auf der Bassgeige sind wenige Spaziergänger unterwegs und ich sehe sie nur aus der Ferne. Den Brucker Fels und den Beurener Fels habe ich für mich alleine. Die Sonne geht langsam unter und als ich den Trauffuß erreiche, geht das Schauspiel erst richtig los. Sonnenuntergang hinter dem Jusi. Die Wolken rosa und rot gefärbt, Orange, Gelb, Rosa, Rot und Grau sind die vorherrschenden Farben. Sogar der Beurener Fels leuchtet für wenige Minuten Rosa. Das schwäbische Albglühen. Ich lasse mir Zeit und genieße die Vorstellung in vollen Zügen und demütig. Im Wald des Tiefenbachtal wird es stetig dunkler, auf den letzten Kilometern brauche ich die Stirnlampe. Es rollt, dann wieder nicht. Hunger…. wegen der langsam wieder kriechenden Kälte verzichte ich auf eine Gehpause, die meine müde Muskulatur an Beinen und Rumpf fordern. So geht es voll dahin – mal locker rollend, mal schmerzend durchhaltend bis ich zu Hause ankomme. Genau so soll es sein!

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(#75) 29.11.2016, Mittag

Ein dreifaches „Hoch“ auf Hoch Uwe. Endlich, endlich scheint die Sonne wieder und der Himmel ist blau. Kein einziges noch so kleine Wölkchen lässt sich am Himmel blicken. Die wenigen Tagesstunden zu dieser Jahreszeit geben Licht. Und vielleicht, ja vielleicht, kann mein Körper auch – trotzdem dass man ich mich warm auch zum Laufen anziehen muss – wenigstens ein wenig über die Gesichtshaut das so dringend benötigtes Vitamin D produzieren. Glücksgefühle kann ich nämlich gerade gut gebrauchen.

Gestern vor einer Woche machte mir mein ganzheitliches Sein auf eindringliche Weise klar, dass ich, obwohl ich ja erst Urlaub hatte (der übrigens sehr erholsam war), unbedingt und unwideruflich sofort nochmal eine Auszeit von der Arbeit benötige. Die Art und Weise der Klarmachung kam in der Gestalt einer Panikattacke daher. Von einem Moment auf den nächsten beschleunigte sich unangenehm mein Herzschlag, mir wurde übel, ich fing an zu zittern und musste sogar mein Telefongespräch (welches mich eigentlich etwas zerstreuen sollte bevor ich mich wieder den Bergen von Arbeit, die mich in meinem Büro bedrohlich belagerten, widmen wollte) mit Katja abbrechen. Ich konnte ihr nicht mehr folgen. Alles um mich herum wurde zu viel. Körper und Geist begannen gemeinsam, den Notausknopf zu drücken. Nun wurde genau dass, was ich die letzten zwei Jahre mit viel Energieaufwand verbunden versuche abzuwenden, Wirklichkeit. Zum Glück flaute die Attacke relativ schnell wieder ab (insgesamt inkl. frischer Luft schnappen ca. 15 Minuten). Daher gehe ich selbst davon aus, dass dies ein Schuss vor den Bug war und noch nicht ein Treffer auf die volle Breitseite… Die Konsequenz daraus zog ich sofort: ich las in den verbleibenden 2 Stunden Arbeitszeit keine eingehende Mail mehr und nahm auch nicht mehr jeden Anruf entgegen,  sondern lies die Schicht voll auslaufen. Es ging nicht anders. Einen großen Dank an meine Kollegin und Freundin M, die mir nicht mehr von der Seite wich und gut auf mich aufpasste.

Eigentlich wollte ich nach Feierabend laufen gehen, aber auf Grund der Ereignisse musste ich handeln. Das war so klar wie Kloßbrühe. Ab zum Arzt! Nach am selben Tag bekam ich einen Termin und eine Krankmeldung für die verbleibende und kommende Woche. Mir wurde Blut abgenommen, meinen Urin lies ich dort, dazu kamen dann noch Sonografien des Magens und meiner Schilddrüse. Das Ergebnis: organisch ist alles in bester Ordnung bei mir. Jedoch bin ich weit davon entfernt, als dass ich behaupten könnte, dass es mir gut geht. Halt, stopp – nicht ganz richtig. Ausserhalb und mit genügend Abstand zu meinem Arbeitsplatz geht es mir gut. In meinem Privatleben ist alles in bester Ordnung. Auch wenn sich meine mentale Erschöpfung weitestgehend auf den Lebensbereich Arbeit/Beruf bezieht, so streckt sie doch auch in die anderen Lebensbereiche spürbar ihre Fühler aus.

Wie geht es nun weiter? Klar ist für mich, das ich keinesfalls Antidepressiva (ausser sie kommt aus der Naturmedizin und/oder Homöopathie) schlucken werde. Zum einen, weil diese Medikamente einem vorgaukeln, es wäre alles ok und zum anderen ist es sehr schwierig, nach der Behandlung von dem Zeug wieder weg zu kommen. Die Nebenwirkungen sind auch nicht ohne. Nein danke, No Go. Die Schulmedizin kann man getrost vergessen, solange der Körper nicht krank ist. Also auch nix. Da ich der Meinung bin, das man den Mensch immer ganzheitlich betrachten sollte (Körper und Geist), hab ich mich dafür entschieden, einen Termin bei einer Naturheilpraktikerin mit Schwerpunkt TCM zu machen. Dieser wird am Donnerstag sein, ich bin schon gespannt darauf. Es ist zwar erst ein Kennenlerngespräch, worauf vornehmlich geschaut wird, ob die Chemie zwischen Heilpraktikerin und Patientin passt und wo ich ein wenig erläutern kann, was mich plagt und ich dabei erfahre, was es alles so an Therapien geben könnte. Mein Ziel ist es, das ich eine Methode für mich entwickle, das ich negativen Stress nicht mehr so nah an mich heranlasse, quasi eine Stressschutzmauer in ausreichendem und damit meiner mentalen Gesundheit zuträglichen Abstand aufbauen kann. Die veränderte Unternehmenskultur, welche mit der Übernahme vor knapp drei Jahren Einzug an meiner Arbeitsstätte nahm und einer der Hauptursachen für mein Leiden ist, kann ich nicht ändern. Leider kann ich auf Grund meiner Ausbildung und meines Berufes nur schwer einen adäquaten Ersatz finden (suchen tu ich ja schon länger). Mein Job hat ja auch viele Pros: überdurchschnittliches Gehalt, eine Arbeitszeit (Wechselschicht) welche mir sehr entgegen kommt (im besonderen meiner Sportlerei), einen kurzen Arbeitsweg und ein seit 18 Jahren unbefristetes Arbeitsverhältnis schmeißt man nun auch nicht so schnell über Bord. Die Kontras sind eben die geänderte Unternehmenskultur und ein damit einhergehendes verbesserungswürdiges Betriebsklima. Also kann ich nur in mir selbst etwas ändern. Da ich dies zwar schon lange versuche, aber eben noch nicht geschafft habe, hole ich mir nun Hilfe von aussen. Ach ja, an Yoga versuche ich mich auch. Es ist fördernd für meine Trailrennerei und zeigt mir mehr als deutlich auf, wie ungelenkig und muskeldysbalanciert ich bin (AUA!!!). Ich bin mir sicher, das sich das deutlich positiv auf mein Allgemeinbefinden auswirken wird, wenn ich Schritt für Schritt und mit Geduld, kontinuierlich eine Baustelle nach der anderen (nicht alle auf einmal, sondern eine nach der anderen) abarbeiten kann.

Über dem Nebel scheint immer die Sonne!

Über dem Nebel scheint immer die Sonne!

Na, und wie war es heute am Hohenneuffen? Schön! Sehr schön sogar. Sonnig, einigermaßen windstill, etwas Rauhreif, trocken. Aber auch tricky, denn so manch Abschnitt auf den Trails ist durch Laubverfrachtungen mit Vorsicht zu geniessen. Dazu kommt noch, dass diese Laubverfrachtungen stellenweise ein einziger Mischmasch aus Laub, Geröll und Windbruch, wild durcheinander gewürfelt, ist. Volle Konzentration ist angesagt. Auf der Burg war es ruhig. Die Gipfelzeit? Bääh, aber es ist halt derzeit so. Es kommen auch wieder schnellere Zeiten, da bin ich mir sicher. Viel wichtiger ist der Lauf und somit das Erlebniss dabei an sich 🙂

29.11.2016, m (01:44´31)

29.11.2016, m (01:44´31)

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(#74) 13.11.2016, Mittag

Heute war Checker-Tag. Formcheck, Herbsttrailcheck und *Zusatzschleife“Alte Steige“Trailcheck*. Die Gipfelzeit war nicht so rosig heute. 01:44´02. Allerdings mit mehreren Stopps. *Jacke aus und in den Rucksackstopf-Stopp*, *Handschuhe aus/Handschuhe an-Stopp*. Und die Trails sind nun komplett verlaubt. Gas geben im Downhill? besser nicht, könnte doch recht böse enden. Sogar auf so manch Forstwegabschnitt versteckten sich viele, frisch vom Berg gefallene Steinbrocken unter dem Laub. Höchste Obacht ist also nun rund um den Hohenneuffen geboten, denn mich verletzen oder gar einen Abflug machen mag ich nicht. Die Bedingungen lassen jedoch darauf schliessen, das die Form gut ist. Nur die Verhältnisse passen eben nicht so ganz. That´s the art of Trailrunning 🙂

Da ich etwas mehr als die üblichen 20k und auch mal auf für mich neuen Trails laufen wollte, studierte ich im Vorfeld die eingängigen, für Outdoorenthusiasten wunderbaren Trailportale. Dort kann man ganz bequem zu Hause am Rechner gut abchecken, wo sich denn so überall in der näheren oder gar fernen Umgebung, ja mitunter auf der ganzen weiten Welt Trails zu finden sind. So entschied ich mich, mir die „Alte Steige“ zu Kredenzen. Neue Route zusammen geklickt, abgespeichert, als gpx-Track herunter auf den Rechner und wieder hinauf auf die Uhr geladen – und schon durfte mein Entdeckergeist auf Tour gehen. Schee war´s! Eine schöne Alternative zum Anstieg über das Bauernloch. Und noch besser: Bauernloch und Alte Steige lassen sich sehr gut miteinander verbinden. Das eine hoch und das andere wieder hinunter. Wie herum ist egal – beide haben ihren ganz eigenen Anspruch und sind deutlich steiler und besonders jetzt tückischer als die Trails direkt am Hohenneuffen. Huiuiui, wenn das so weitergeht, lässt sich da mal locker ein 30k oder gar 40k mit weit über 1000HM auf wenigen Quadratkilometern am Nordrand der Schwäbischen Alb zusammen basteln. Ich freu mich schon darauf 🙂

Rund um die Burg und natürlich auf der Burg war es zwar nicht so einsam wie unter der Woche, für einen Sonntag jedoch ruhig. Und das trotz früher Hochnebelauflösung, wenig Wind und etwas Sonne. Und ein wenig ersten Schnee gab´s dann auch noch. Nicht von oben, sondern nur Überbleibsel.

13.11.2016, m (01:44´02)

13.11.2016, m (01:44´02)

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(#73) 04.11.2016, Vormittag

Heute nochmal den letzten Urlaubstag ausgiebig genossen. Ab morgen wird´s hier erstmal ungemütlich: eine ganze Horde an Tiefdruckgebieten mit jede Menge „november rain“ ist im Anmarsch. Dann wird´s wieder lustig auf den Trails. Der letzte Rest Laub wird fallen und sämtliche Wurzeln und Steine vollends unter sich beerdigen. Dann geht nur noch nach Gefühl laufen. Den Untergrund ertasten. Eine Rutschparty nach der anderen feiern. Gelegenheit, um meine extra für solche Verhältnisse zugelegten Matsch- und „Fell“profis ausgiebig zu testen: Der Salomon S-Lab Speed.

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Heute war es aber noch trocken. Kalt (zumindest als ich von zu Hause los bin) und sonnig, aber trocken. Die Autofahrerei um zum Laufen zu kommen ist mir irgendwie gerade zu umständlich. Also ging es mit der Tälesbahn (sogar für umme, da der Ticketautomat in der Bahn keinen Mucks machte) nach Linsenhofen, hoch zum Hohenneuffen (die Jacke zog ich bereits nach 1k aus), über den Ströhmfeldweg bis zum Jusi und von dort über Kohlberg und Tischardt durch den Kirchert nach Nürtingen und somit nach Hause.

Auf der Burg trauten sich mal wieder zwei liebende Menschen (Stefanie und Gregor) um gemeinsam in den Bund für das Leben einzutreten. Ich muss sagen, all die Trauungen, die ich schon auf der Burg mitbekommen habe – die Brautpaare haben Geschmack. Eine wirklich würdige Location, um das gegebene Ja-Wort zu feiern. Aus Erfahrung weiß ich, dass das Restaurant auch nicht die schlechteste Küche hat.

Um nicht auszukühlen hielt ich mich nur kurz auf der Burg auf, sogleich stürzte ich mich auf den Ströhmfeldweg. Immer an der Kante entlang, bis zum Jusi. Trails, trails, Trails. Hometrails. Einfach nur Spaß pur, auch wenn sie gerade eine hohe Aufmerksamkeit fordern. Ich bin zwar öfters an irgendwas (Stein oder Wurzel) hängen geblieben, konnte mich aber immer fangen, so dass mir ein Abflug erspart blieb. Muss ich mich auch erstmal wieder daran gewöhnen, an diese Dauerachtsamkeit 😉 Im Laufe des Laufens zog sich dann der Himmel etwas zu, die Vorboten des Wettersturzes hielten Einzug. Das war jedoch alles was der Tag an Wetterkapriolen zu bieten hatte. Diie Hatscherei von Tischardt nach Nürtingen durch den Kirchert ist immer ein wenig zäh, zumal sich dann dort auch schon langsam meine Beinchen melden. Leider hatte ich vergessen, meine Salztabletten wieder in den Rucksack zu räumen nach dem ich ihn diese Woche durch die Waschmaschine gejagt hatte. Zum Glück kam ich aber ohne Krämpfe durch. Im Sommer bzw. bei wärmeren Temperaturen und damit einhergehenden höheren Schweißverlust darf mir das auf so langen Kanten nicht passieren. Das könnte böse ins Auge Gebein gehen.

04.11.2016, vm

04.11.2016, vm

 

(#72) 14,10,2016, Nachmittag

Urlaub! Endlich Urlaub! Oder ganz Madonna.like: „Holiday…..celebrate….“. Sooo lange ersehnt. Yep, es ist zugegebenermaßen recht spät im Jahr für den Sommerurlaub/ Jahresurlaub. Auf dem Zahnfleisch gehen Katja und ich schon lange. Zu lange. Aber auf Grund von Katja´s neuer Arbeitsstelle, angetreten im Januar, blieben irgendwie nur noch 3 Wochen am Stück im Oktober/ November kompatibel für uns beide übrig. Nun sind wir endlich am Ziel angelangt 🙂 . Das musste meinerseits gleich gefeiert werden. Eine lange Kante sollte es mal wieder sein. Und da wir uns ab nächster Woche erstmal 7 Tage lang im Trailrunning mit hohem Chillfaktor auf Malle austoben werden:

Suunto movescount Heatmap - Tramuntana Gebirge Westküste, rund um Port de Soller - die Qual der Wahl!

Suunto movescount Heatmap – Tramuntana Gebirge Westküste, rund um Port de Soller – die Qual der Wahl!

und im Anschluss noch 3 Tage lang Sightseeing und das ein oder andere Läufchen durch die Stadt Barcelona gönnen, wollte ich mich vom Hohenneuffen in den Urlaub verabschieden. Mittlerweile hat das ja bei mir schon Tradition, das ich am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub an meinem Hausberg bin. Dort hielt ich mich heute aber nur relativ kurz auf, denn abermals ging es wie vor zwei Wochen danach zum Bauernloch hinunter und über den ekelhaft steilen, aber ach so geilen Anstieg wieder hinauf auf die Kante. Dann rüber zur Bassgeige, hinunter und wieder hinauf, an der Kante entlang bis unterhalb des Hohenneuffen. Den Rückweg zum Auto musste ich ein wenig ummodeln, denn der Philosophenweg unterhalb des Wilhelmfels, zwischen Balzholer Hütte und Skihütte Beuren war wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Beim Hinweg habe ich mich dort zuerst ein wenig durch die Fällung hindurch gearbeitet (sämtliche Motorsägengeräusche waren nicht vernehmbar, die Forstarbeiter bereits im Wochenende – sonst hätte ich mich da niemlas rein getraut), musste mir jedoch recht schnell eingestehen, das dies hier derzeit keinen Sinn macht. Die Alternative war dann über einen Rückeweg wieder zum Waldrand zurück, durch Streuobstwiesen hinüber zur Skihütte und dort wieder auf die Strecke. Zum Glück waren weder die Liftspur noch der Weg oberhalb von der Fällung betroffen.

Auf der Burg war sogar ein wenig was los, trotzdem die Sonne es nicht geschafft hatte, den Hochnebel zu vertreiben. OK, ein wenig hatte ich die Hoffnung, das der Himmel später noch aufgehen würde, dies blieb mir aber verwehrt. Das ist eine ganz typische Wetterlage hier im Herbst und da hilft auch keine Vorhersage. Entweder verzieht sich der Hochnebel oder eben nicht.

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Wegen des kleinen zusätzlich nötigen Schlenkers auf dem Rückweg wurden aus 28k, welche diese Streckenvariante (Pralinenarmband XL) beinhaltet, 30k. Und für den Umstand, das meine letzten 30k auch schon wieder eine längere Weile her sind, lief es verdammt gut! Allerfeinste 4 ½ Stündchen geballte Albtrailaction 🙂

 

(#71) 30.09.2016, Nachmittag

Pornös schwülfreie 25° Lufttemperatur. Wie angenehm sich das anfühlen kann! Heute konnte ich seit langem mal wieder unter 01:40 Stunden bis zur Burgankunft auf der klassischen Strecke bleiben. Da geht noch was. Vielleicht noch diesen Herbst. Kommt nun ganz darauf an, wie trocken dieser bleibt und wie weit die Tmeperaturen noch ein wenig nach unten sacken. Am besten, bevor das Laub gefallen ist. Mal schauen, vielleicht nächste Woche. Vielleicht schaffe ich es mal wieder, an meine Bestzeit heran laufen zu können.

Heute habe ich noch eine Zusatzschleife nach dem „Gipfelsturm“ angehängt. Wollte ein wenig länger laufen, ein wenig mehr auf den Trails cruisen. So ging es nach dem Hohenneuffen noch zum Bauernloch hinunter, wieder hoch auf die Kante (Au Backe, der Anstieg war ein ganz schöner Wadenzwicker… er ist steil. Eigentlich kein Problem da ich ihn eh meistens weitestgehend gehe – aber ich hatte davor noch nie so viel Höhenmeter getankt. Immerhin bin ich heute schon dreimal den Hohenneuffen hoch und nicht wie sonst, wenn ich am Bauernloch laufe, nur einmal. Das macht sich durchaus bemerkbar 🙂 Danach ging es rüber zum HW1 über den Wilhelmsfels bis abermals zum Vorplatz der Burg und dann erst zurück zum Auto. In Zahlen und Daten waren es lediglich 3k und 200HM mehr als sonst auf der klssischen Strecke – faktisch hat es sich aber deutlich mehr angefühlt.

Oben auf der Burg war es ganz schön windig, und die Wolken zogen sich immer mehr zusammen. Die Trockenheit nimmt mittlerweile Formen an, die mich an Roadmovies, welche im Westen der USA oder so spielen, erinnern. Ewig noch in der Luft hängende große Staubwolken, welche von Landwirtschaftsfahrzeugen oder sonstigen motorbetriebenem Gefährt verursacht werden. Auch dieser natürliche Feinstaub ist nicht unbedingt gut für die Lungen. Es wird Zeit, das es mal wieder ein wenig regnet damit das lose Zeugs gebunden wird. Mal schauen, ob die Wettervorhersage für den Samstag passt und sich ein paar Regentropfen dazu herablassen, die Natur zu erfrischen.

30.0.9.2016, nm (01:39´40)

30.0.9.2016, nm (01:39´40)

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(#70) 16.09.2016, Mittag

Heute ging es über den Ströhmfeldweg zum Hohenneuffen. Auch wenn ich mich wiederhole: Der Ströhmfeldweg ist eine der besten und schönsten Trailstrecken an der Nordkante der Schwäbischen Alb. Ich bin voller Vorfreude und freue mich jeden Augenblicks den ich laufend unterwegs bin. Denn schon länger steht der Entschluß fest: die nächsten Monate und das nächste Jahr wird es nur – wenn überhaupt – sehr wenige Wettkämpfe für mich geben, Ich möchte unbedingt mehr Zeit haben, die Trails und Landschaften meiner Heimat zu erkunden, zu Fuß, trailrennend, laufend, wandernd, radelnd – oder ein Mix aus allem – so wie mir es gerade in den Sinn kommt. Ganz ohne Druck. Ob kurz, mittellang oder lang spielt keine Rolle. Einzig das Erlebnis zählt! Es ist einfach zu schön hier…

16.09.2016, m

16.09.2016, m

(#69) 07.09.2016, Vormittag

Der Herbst streckt seine ersten zarten Finger aus. Die Düfte und Gerüche verändern sich. Die vergangene Hitze- und Trockenwelle lässt bereits ganz schön viel Laub fallen oder es noch an den Bäumen verdörren. Am Sonntag zog zwar mal ein kleines Regengebiet durch, jedoch brachte es keinen nennenswerten Niederschlag. Die anhaltende Trockenheit zehrt an der Natur. Dennoch spürt man, das der Herbst in langsamen und leisen Schritten im Anmarsch ist – die Nächte werden bereits deutlich kühler seit dieser Woche, die Tageswärme hält sich nicht mehr. Auf der einen Seite freue ich mich auf den Herbst – die kühle Luft, die Düfte, der Matsch (dann kann ich endlich mal die neuen S-Lab Speed checken), butterweiche Trails – auf der anderen Seite gefällt mir dieser Sommer so sehr, das ich ihn gerne noch eine Weile an meiner Seite haben möchte. Wie dem auch sei – ich genieße trotzdem und egal welches wetter die Zeit auf den Trails und die Zeit beim Laufen, ja, sogar die Tempoeinheiten machen seit laaanger Zeit wieder Spaß!

Heute war es bewölkt und der Wind wehte teils kräftig von Osten her. Eigentlich hatte ich den Hohenneuffen für gestern geplant, da zog jedoch mal wieder ein kleiner Magen-Darm-Infekt durch mich hindurch, so dass es keinen Sinn gemacht hätte, hierher zu kommen. Die Gipfelzeit war heute nicht so rühmlich, das Gefühl beim Laufen jedoch super. Eh ich mich versah, war ich die verschiedenen Anstiege auch schon oben!

07.09.2016, vm (01:44´31)

07.09.2016, vm (01:44´31)

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(#68) 03.09.2016, Nachmittag

Heute ging es mit der Tälesbahn nach Linsenhofen. Dann zum Hohenneuffen und auf dem HW1 zur Baßgeige, Brucker Fels, Beurener Fels. Hinunter zum Freilichtmuseum und über das Tiefenbachtal zurück nach Nürtingen. Knappe 29k. In der Sonne war es heiß, im Unterland sehr warm. Einzig im Wald oben auf der Alb war es sehr angenehm. Trotzdem hatte ich weniger Probleme als ich erwartet hatte, die Wärme machte mir nicht so sehr zu schaffen. Den Jakobsbrunnen bei km 23 erwartete ich trotzdem sehnlichst. Dort gibt es Trinkwasser, immer frisch und kalt. Im Unterland finden sich hier in der Gegend immer wieder Brunnen, an denen man sich erfrischen kann, meistens ist das Wasser auch trinkbar und von sehr guter Qualität. Auf der Albhochfläche sucht man danach jedoch vergebens. Das Kalkgestein hält kein Wasser, sämtlicher Regen sickert durch das Gestein ins Grundwasser. Auch Quellen am Albtrauf sind rar gesät. Diese führen bei so lang anhaltender Trockenheit und Hitze dann eh kaum bis kein Wasser mehr. So blieb es für mich nicht aus, das ich gut mit meinem Trinkvorrat haushalten musste und dennoch und trotz Jakobsbrunnen mit einer sehr trockenen Kehle zu Hause ankam und recht dehydriert war. Meinen Spaß hatte ich trotzdem. Endlich, seit Ewigkeiten mal wieder, war ich an einem Frühschicht-Freitag nicht völlig abgeschossen von der Arbeit und hatte Energie und Lust und Muße, den frühen Feierabend ausnutzen zu können um eine lange Kante laufen zu können! YIHA!!!

03.09.2016, nm

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Engelberg und Spitzberg und das Freilichtmuseum

(#67) 23.08.2016, Vormittag

Der Hochsommer kehrt noch einmal diese Woche zurück. Ab morgen klettern die Temperaturen über die 30°. Was letztes Jahr gang und gebe war, ist diesen Sommer (zum Glück! 🙂 ) die Ausnahme. Dieser Sommer 2016 ist absolut nach meinem Geschmack. Ja, es ist oft warm und Ja, es ist oft schwül. Aber trotzdem sind die Temperaturen (ausser ein paar wenige Ausnahmen) noch laufverträglich, sogar Nachmittags. Solange ich genug zu Trinken dabei habe oder Möglichkeiten zum Nachfülen auf den längeren Kanten könnte es nicht besser sein. Die Farben, die Gerüche, das Licht, die Streuobstwiesen, die wunderschönen Wolkenspiele, der glasklar blaue Himmel – all diese Eindrücke versetzen mich in einen zu tiefst befriedigenden Glückszustand. So schön ist die Welt! Da kümmert es mich nicht mehr, das die Wettkampfsaison eher von Misserfolg gekrönt war und ich nur sehr wenige Ziellinien überqueren konnte. Teils lag es an mir, teils an den unpassenden Umständen. Aber all das verliert völlig an Bedeutung  für mich, wenn ich auf so Läufen wie heute oder all die letzten Wochen, in denen ich durch verschiedene Landstriche gestreift bin, das hier und jetzt der Natur erleben darf. Unbezahlbar!

Heute war es ruhig am Hohenneuffen. Am Berg, auf der Burg, auf dem weg dorthin und wieder zurück. Kein einziges Wölkchen trübte den Sonnenschein. Die Temperaturen waren noch allesamt in einem gut verträglichen Bereich. Mit meiner Gipfelzeit bin ich sehr zufrieden – immerhin ist nur eine gute Woche vergangen, seit ich die 50km des APUT gerockt habe. Regeneration erfolgreich abgeschlossen – jetzt geht´s so langsam in die Vorbereitung auf den Schwarzwald-Marathon. Tempotraining, Forstweghatscherei und Stabi werden minestens einmal pro Woche ihren Platz in meinem läuferischen Tun bekommen.

23.08.2016, vm (01:42´42)

23.08.2016, vm (01:42´42)

 

07.08.2016 Mittag

Ausnahmsweise eine Ausnahme: nein, nicht laufend waren wir oben, sondern zum Mittagessen im Burgrestaurant, gemeinsam mit meinen Eltern.

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(#66) 06.08.2016, Mittag

Run for Fun! Für mich ging es heute ganz gemütlich zur Sache, für Katja war es ziemlich anstrengend. Mir erging es in den Anfangsjahren genauso. Aber die Zeit heilt alle Wunden und wenn Katja öfters die Runde und vor allem regelmäßig unter die Beine bekommt, wird es auch für sie besser (versprochen, mein ❤ 😉 ) Das haben wir uns für ab dem Herbst fest vorgenommen. Alle zwei Wochen, immer Dienstag Nachmittags, wenn wir gemeinsam frei haben, dann geht´s auffi auf den Hohenneuffen. Und wenn sie die Runde dann auch orientierungsmäßig verinnerlicht hat (ja, das ist in dem ganzen Auf und Ab und Linksrum und Rechtsrum um den Berg nicht ganz so einfach), dann kann sie unabhängig von mir sich am Berg austoben. Oder woanderst, wie sie möchte und wo es ihr gefällt.

Mein Feeling war heute ausgezeichnet – ich bin froh, denn am Mittwoch hat es mir bei einem Asphaltritt heftig den Stecker gezogen, so dass ich mich die letzten 3 Kilometer nach Hause nur noch gehend voran schleppen konnte… erster Gedanke war: „Übertraining?“… zweiter Gedanke „Infekt?“… nichts von Beidem, letztendlich war es PMS. Unangenehm, aber immer noch die deutlich harmlosere Ursache. So schnell wie PMS kommt, so schnell ist es in der Regel auch wieder vorbei. Beachtenswert, in wieviel Facetten sich das PräMenstrualeSyndrom so äußern kann. Es überrascht mich doch immer noch, nach all den Jahrzehnten die es mich begleitet. Ein wenig sehne ich mir den Abschied herbei – nur kann ich dem Syndrom leider kein Hausverbot erteilen, hier hat die Chemie meines Körpers die Hosen an. Wir sind hier ja schließlich nicht bei „Wünsch´Dir was“. Am Donnerstag gönnte ich mir und der Chemie einen Ruhetag und gestern lief es dann bei einer Feierabendrunde am frühen Nachmittag schon wieder so gut, als ob nix gewesen wäre.

Man merkt, das nun Schulferien sind. Many international Touris auf dem castle Hohenneuffen. Gestört haben sie uns nicht. Wir genossen die angenehmen Temperaturen von 20°, dazu eine leichte Brise, in vollen Zügen. Luxury, zu dieser Tageszeit und zu dieser Jahreszeit. Ich liebe diesen Sommer! Etwas überrascht war ich, als ich die letzten Meter Schlußanstieg zur Burg hochkam und die vielen darkly clouds von Westen her hereinziehend sah. Trocken blieb es aber trotzdem 🙂

06.08.2016 m (01:57´03)

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(#65) 27.07.2016, Vormittag

Ein wenig waren die Beine heute noch schwer vom vergangenen Samstag. Abgesehen davon lief es ganz gut. Die Gewitter der Nacht haben zwar ein wenig die schwülwarme Luft abgekühlt, genug Feuchtigkeit ist jedoch immer noch vorhanden um ordentlich zu schwitzen. Hach, so langsam vermisse ich ein wenig kühlere Temperaturen. Wenigstens ist der Sommer dieses Jahr nicht so heiß wie im vergangenen Jahr, wo mir oft nichts anderes übrig bliebt als mich in der Wohnung zu verschanzen oder noch vor 06.00 Uhr morgens zum Laufen zu gehen.

Dort am Trauf muss wohl vergangene Nacht ordentlich was an Niederschlag runter gekommen sein, die Trails waren sehr ausgewaschen. Auch die Menge an Geröll, welches auf die Wege geschwemmt wurde lässt auf viele Liter pro Quadratmeter schließen. Auf der Burg war es gschaffig aber ruhig – Seelenbalsam 🙂

27.07.2016, vm (01:44´45)

27.07.2016, vm (01:44´45)

(#64) 17.07.2016, Mittag

Heute waren Katja und ich gemeinsam auf der klassischen Hohenneuffen-Runde unterwegs. Hihihi, immer wieder witzig, wie „irreführend“ die Streckenführung für Katja ist, obwohl sie schon mehrmals auf der Runde dabei war. Natürlich ist sie weit entfernt von meiner Frequenz auf der Strecke. Die Irreführung entsteht durch die häufigen Richtungswechsel und der Symmetrie des Berges, der einem Kegel gleicht. Meine klassische Runde habe ich über Jahre hinweg so zusammen gebastelt, immer wieder kam eine neue Schleife, ein neuer Downhill, ein neuer Uphill hinzu. Der Berg bietet soviel Möglichkeiten in der Streckenführung, so dass hier noch lange nicht alles ausgeschöpft  ist und ich auch keine Gefahr laufe, das Langeweile aufkommen könnte. Dieser Berg mit seinem Umfeld wird mich noch viele Jahre beglücken – eine Trailrunning Destination auf kleinem Raum mit unzähligen Trailkombinations-Möglichkeiten. Und das ganze in einer Nähe zum Wohnort, die ich auch locker unterhalb der Woche vor bzw. nach einem Arbeitstag erlaufen kann. In nur 10min Fahrweg – ob nun mit dem Auto oder der Tälesbahn – erreichbar. Besser geht´s nicht!

Als wir in Linsenhofen um kurz nach 10.00 Uhr gestartet sind, brannte die Sonne schon wieder ganz schön kräftig herunter, es war wärmer als ich – nach dem Durchzug der Kaltfront vor ein paar Tagen – erwartet hatte. Aber ich kam ganz gut mit der Wärme zurecht, ein Großteil der Strecke verläuft ja zum Glück im Wald und dort war es sehr erträglich. Auf der Burg war schon viel los, sonst war es ruhig. Im Verlauf des Laufes gab es dann zunehmende Bewölkung. Die Kirschen sind durch, hier gab es so gut wie nichts mehr zu naschen. Die Bäume, die nicht abgeerntet wurden, hängen zwar voll, jedoch faulen die Früchte an den Bäumen und sind nicht mehr genießbar.

By the way – die Kaltfront diese Woche bescherte gute 40cm Neuschnee auf der Zugspitze.

©Zugspitz Trailrun Challenge

©Zugspitz Trailrun Challenge

Wir rechnen nächsten Samstag bei dem Scott Rock the Top – Marathon auf die Zugspitze – bei der Zugspitz Trailrun Challenge mit allem. Nach hinten verschobener Start, verkürzte Strecke. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, das auch dieses Jahr das Ziel nicht auf der Zugspitze sein kann, sondern  – wie in den beiden vergangenen Jahren und seit dem Bestehen dieser Veranstaltung – bereits am Sonnalpin Schluß sein wird. Die Wettervorhersage für nächsten Samstag sieht auch ziemlich durchwachsen aus:

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Die Gore-Tex-Klamotten kommen auf jeden Fall mit ins Gepäck und die Wechselkleidung für den Zielbereich wird auch aus Winterklamotten bestehen. Wir lassen uns überraschen und nehmen das Spiel der Elemente so, wie es kommt. Eines ist jedoch ganz sicher: Ich will dieses Finish!

17.07.2016, m (01:51´48)

17.07.2016, m (01:51´48)

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(#63) 03.07.2016, Vormittag

Die letzte ganz lange Kante (in Kilometern gemessen) für die Zugspitz Trailrun Challenge und meinem Start beim „Scott Rock the Top“ – Marathon mit Ziel Gipfel Zugspitze. Das Pralinenarmband XL nochmals um eine weitere Schleife erweitert (Pralinenarmband XL Extended: 36km, 1300 HM). Diese Extraschleife führte von Erkenbrechtsweiler nach Hochwang und dort dann immer am Trauf oberhalb des Lenninger Tals entlang bis zum Brucker Fels. Aussichtsreich, typisch flowige Kantentrails und ein Tiefblick, der Schwindelfreiheit voraussetzte. Diese Runde kommt fest ins Programm! Mehr dazu diese Woche noch in einem separaten Beitrag. Ein paar Impressionen zur Vorspeise gibt es heute schon…

03.07.2016, vm

03.07.2016, vm

 

(#62) 29.06.2016, Vormittag

Huiuiui, jetzt geht´s los mit dem Leistungsabfall. Zu warm, um im Wohlfühlbereich laufen zu können. Irgendwie funktioniert mein Herz-Kreislauf-System sporttechnisch gesehen optimal bis 20°. Sämtliche Temperaturen darüber sind dann stark von der Luftfeuchtigkeit abhängig. Und da es hierzulande eher selten vorkommt, das wir eine trockene Wärme oder gar trockene Hitze haben (das macht mir viel weniger zu schaffen), beansprucht die hohe Luftfeuchtigkeit stark mein Herz-Kreislauf-System und zieht damit einiges an Energie ab. Schwitzen, schwitzen, schwitzen. Der Körper hat alle Hände voll zu tun, das er kühl bleibt. Da kann er Laufen nur bedingt noch nebenher meistern. Das wird sich wohl in den kommenden Wochen und Monaten deutlich auf meine Gipfelzeit auswirken (Hihihi, letztes Jahr lag der Negativ-Rekord bei 01:51 – mal schauen ob ich das toppen muss diesen Sommer). Heute dachte ich mir so, eigentlich, ja eigentlich, sollte ich eher über den Sommer meine Laufambitionen deutlich herunter fahren statt allseits beliebt im Herbst/ Winter. Wäre leichter. Blöd nur, das nun die Hochsaison beginnt, zumindest in den Alpen. Und da ich dreiviertel vom Jahr mich auf der Alb austobe, möchte ich schon sehr gerne auch zur Abwechslung mal die großen Berge zu Gesicht und vor allem unter die Beine bekommen.  Auch blöd, das es bei mir eine Off-Season und somit Laufpause auch gar nicht gibt 😉 . Mir gefällt es ja auch sehr gut, bei Sonnenschein, wechselnder Bewölkung und mit wenig Klamotten am Leib durch die Gegend zu cruisen. Auch mal länger stehen bleiben zu können, ohne das die Auskühlung droht. Und sind wir mal ehrlich – wenn immer alles leicht ist, wird es ja bekanntlich schnell langweilig. Zum Glück bringen die Jahreszeiten und die Wetterlagen ihre ganz eigenen Abwechslungen mit ins trailrennerische Geschehen. Die Herausforderung für die kommenden Wochen wird daher sein, die Wärme, die Hitze, die Schwüle mental weg zu klicken. Ach, und ganz früh am Wochenende aufstehen, um möglichst während der ausgedehneten Laufrunden der Mittagshitze zu entgehen. Und immer daran denken, die befüllte Trinkblase rechtzeitig vor dem Laufen in den Kühlschrank zu stellen. Trotzdem werde ich all die etwas erschwerteren Läufe genießen – denn allzu schnell ist der Herbst wieder da und allzu lange hat der Winter gedauert.

Auf der Burg war es mal wieder ganz nach meinem Geschmack. Die Terrasse hatte ich für mich alleine, es wehte eine steife Brise und die Aussicht und die Stimmung waren mehr als geschmeidig. Kurzurlaub vom Feinsten 🙂

Kirschen? irgewndwie will das nicht so richtig dieses Jahr. Zu viel Regen, zu viel Kälte. Zu wenig Sonne, zu wenig Wärme. Kläglich, was an den meisten Bäumen hängt. Die Früchte werden zwar nun reif, haben aber nur halb so viel Aroma aols letztes Jahr. Und die Quantität kann sich auch nicht sehen lassen. Bei den Äpfeln sieht es (noch) gut aus, sie haben noch eine Chance für diese Saison.

29.06.2016, vm (01:44´00)

29.06.2016, vm (01:44´00)

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(#61) 12.06.2016, Vormittag

Today was time for race! Time for Hohenneuffen Mountainrunning Race…

Bestes Laufwetter. Bewölkt und trocken am Start in Linsenhofen, dann ab und an allerfeinster Nieselregen, der eine angenehme Kühlung während des Rennens verschaffte. Es lief ganz gut, ich kam schnell in einen angenehmen und zügigen Rhythmus. Oberstes Gebot: nicht überpacen! Immer schön auf das Gefühl achten. Ich hatte keine Lust, mich in einen Zustand zu laufen, in dem ich spätestens bei der vierten Steigung auf der Strecke Gefahr laufe, das sich mein Magen entleert. Das passierte mir einmal, beim ersten Mal Hohenneuffen Berglauf – danach schwor ich mir, das mir diese Erfahrung wirklich ein einziges Mal im Leben genügt. So lies ich mich ein wenig von der Rennatmosphäre treiben und nutzte das Rennen als ordentlichen Trainingsreiz. Nach der vierten Steigung wurde ich nicht mehr überholt und war selbst in der Rolle, andere Läufer zu überholen und bis zum Ziel hinter mir zu lassen. Meine eigens gestoppte Zeit ist 01:06´10. Mal schauen, was bei der offiziellen Zeitnahme rauskommt. Es dauerte eine Weile, bis wir die Startlinie überquert hatten.

Die Strecke hat sechs Steigungen, die immer wieder dann durch flache, leicht abschüssige oder wellige Abschnitte unterbrochen werden. Mit zunehmender Anzahl der gelaufenen Steigungen sieht man immer mehr Läufer einbrechen. Sie sind zu schnell angegangen. Es ist auch verdammt schwer, sich dort nicht mitreissen zu lassen. Diesen Fehler hatte ich die ersten beiden Teilnahmen begangen. Gut, ich hatte es überlebt – jedoch war es schon eine arge Quälerei, die ich so für mich einfach nicht mehr haben möchte. Da passt für mich die Relation nicht – zu viel Leiden für so wenig Zeitersparnis. Da kommt dann eben wieder die Nicht-Wettkämpferin aus mir raus. Natürlich lasse ich mich treiben – aber völlig zerschießen tue ich mich nicht. Zumal ich ja immer noch nach dem Rennen die 14k nach Hause laufe.

Da läuft man dauernd mal mehr und mal weniger technisch anspruchsvolle Trails. Und wo packt man sich ordentlich auf die Schnauze? Auf einem schnöden Forstweg. An dessen Rand bin ich über einen kleinen Graben gesprungen, beim Absprung an einem Stein hängen geblieben, dadurch den Fuß nicht mehr rechtzeitig nach vorne in Position bekommen – und Zack! Abflug… erst kräftig auf den Schotter geknallt und dann noch in den Graben überschlagen. Die Bilanz: einen kurzen, aber heftigen Schreck, beide Kniee aufgeschrammt, das linke Schienbein aufgeschürft und geprellt, beide Handflächen leicht geprellt. Weiterlaufen ging zum Glück auch ganz gut, denn von der Sturzstelle aus wäre es ein sehr langer Marsch noch nach Hause gewesen… Nun hoffe ich, das sich an den geprellten Körperpartien nicht allzu große Hämatome bilden – mit Händen, welche Stöcke nicht richtig greifen können und dicken Knieen würde der ZST XL nächstes Wochenende eine Extraportion Herausforderung bekommen.

12.06.2016, vm

12.06.2016, vm

 

(#60) 10.06.2016, Nachmittag

Gibt es was Schöneres, als den Urlaub mit einem Trailrun am Hohenneuffen zu begrüßen? Für mich auf jeden Fall nicht 😉 Alles hat gepasst heute: das Wetter, die Stimmung und meine Form ist auch nach dem kurzen Infekt letzte Woche auf normalen Niveau eingependelt. Der erste Lauf diese Woche lief alles andere als rund – die Beine schwer wie Blei, die schwüle Hitze drückte massiv auf mein Herz-Kreislauf-System und ich musste mir jeden einzelnen Schritt hart erarbeiten. Erst als nach einer Weile ein Gewitter aus der Ferne ein paar Windböen und Tropfen zu uns schickte, wurde das Laufen ganz langsam von einem fremden zu einem vertrauten Körperzustand. Am Tag darauf lief es dann schon wieder besser und heute lief es so, als ob es nie anderst gewesen wäre. Bingo!

Am Sonntag werde ich am Berglauf teilnehmen. Erwartungen habe ich keine. Mir geht es nicht um das Race in seiner Natur. Mir geht es am Sonntag darum, auf anderer Strecke hoch zu laufen und Bekannte zu treffen. Alte Berglaufhasen, die garantiert vom Hefezopf im Ziel noch etwas ab bekommen während ich meistens nur noch die letzten Krümel begutachten darf 😉 Egal, die Veranstaltung macht Spaß, auch wenn die Streckenführung doch recht asphaltlastig in der ersten Hälfte ist. Dafür hat man das schönste Ziel, welches das Schwabenland zu bieten hat. Danach wird dann noch nach Hause gelaufen.

Die Kirschen lassen auf sich warten. Was oder ob überhaupt sich da noch eine Ernte entwickelt – es sieht nicht überall danach aus. Die Kirschbäume unterhalb des Hohenneuffen sehen aus, als ob sie Hagelschlag abbekommen hätten. Oder der Starkregen war stark genug, die Früchte und Blätter zu zerfetzen. Die Früchte sind noch sehr klein und kaum in den letzten zwei Wochen, seit ich sie das letze Mal begutachtet habe, gewachsen. Von roter Farbe so gut wie keine Spur. Das die Natur dieses Jahr etwas später dran ist als sonst ist klar – aber trotzdem erschleicht mich der Verdacht, ob das mit Kirschen dieses Jahr überhaupt noch was wird. In Linsenhofen sehen die Bäume besser aus, aber auch dort bisher nur kleine grüne Knubbel am Baum.

10.06.2016, nm (01:40´01)

10.06.2016, nm (01:40´01)

 

(#59) 26.05.2016, Nachmittag

Der Hohenneuffen diente als VP. Ehrlich gesagt, sind wir nur wegen des kalten Apfelsaftschorles und die Möglichkeit, unsere Trinkvorräte aufzufüllen, hoch zur Burg. Diese quoll nämlich über. Krass, so viele Besucher habe ich bisher nur beim Hohenneuffen-Berglauf dort oben erlebt – und davon waren die wenigsten Besucher und die meisten Läufer. Der Kilometerstand zeigte auf der Burg 41km an. Von dort waren es dann nochmalige 14km nach Hause. Die Generalprobe für den ZUT in gut 3 Wochen… knapp 56k und knapp 1700HM. Heute, am Tag danach, nach kaum Schlaf (der Körper hat noch ge/verarbeitet) geht es mir gut. Kein Muskelkater. Die allgemeine Erschöpfung nach solch einer langen Kante hält sich ebenso in Grenzen. Der Geist ist wach und voll da. Spooky, spooky…

26.05.2016, nm

26.05.2016, nm

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(#58) 18.05.2016, Vormittag

Heute habe ich so viel Läufer am Berg getroffen, wie das letzte Jahr gesamt nicht. Kein Wunder, in 3 1/2 Wochen, am 12.06.2016, findet der Hohenneuffen-Berglauf statt. Seit dem 01. Mai ist die Strecke markiert bzw. ausgeschildert. Dazu haben wohl derzeit viele frei, es sind Pfingstferien im Ländle. Da ich aber auf meiner klassischen Runde einen Teil der Originalroute des Berglaufes meide, da sie mir 1. zu asphaltlastig und 2. mit zu wenig Höhenmetern und Kilometern ausgestattet ist, hatte ich die Trails ganz für mich alleine. Die Eisheiligen sind abgezogen, der Frühling nähert sich wieder in kleinen Schritten. Die Luft war geschwängert mit unzähligen Düften blühender Flora. Auf der Burg wurde mir heute die Ehre zuteil, vom ehrwürdigen Burgherren, Freihund zu Hohenneuffen, persönlich begrüßt zu werden 🙂

Der ehrwürdige Burgherr, Freihund zu Hohenneuffen

Der ehrwürdige Burgherr, Freihund zu Hohenneuffen

Die Temperaturen lagen im Laufwohlfühlbereich und auf der Burg war es noch ruhig.

18.05.2016, vm (01:39´13)

18.05.2016, vm (01:39´13)

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(#57) 03.05.2016, Vormittag

Letzter „Formtest“. Am Samstag fällt der Startschuss in die Wettkampfsaison mit dem Lichtenstein Trail-Marathon. Wobei – ich habe da so ein wenig meinen Unmut mit der Bezeichnung „Wettkampf“. Zumindest in der Form, in wessen er der allgemein gültigen Bedeutung gemessen wird. Ich bin keine Wettkämpferin, allenfalls gegen mich selbst. Und selbst da finde ich das Wort „Wettkampf“ nicht angemessen. Manchmal ist es eine Reise ins Ungewisse (bei langen Distanzen weiß man nie wie´s kommt und was passiert), manchmal ein Abenteuer und oft eine Herausforderung, bei der ich im Vorfeld gehörig die Hosen voll habe. Immer eine Fahrt mit der Achterbahn der Gefühle, Erlebnisse und Begegnungen. Ich versuche, der Tagesform entsprechend mein Bestes zu geben. Manchmal will die Physis nicht so, manchmal die Psyche. Verzwingen tu ich gar nie niemals nichts. Die Dinge hinnehmen, so wie sie sind. Aufgeben ist jedoch die allerletzte Option, hier habe ich mir meine eigenen Regeln aufgestellt: Keinesfalls will ich meinen Körper so schinden und Langzeitverletzungen riskieren, als das eine mehrwöchige Laufpause daraus resultieren würde und mental kommt ein DNF nur in Frage, wenn mir totale Erschöpfung den Verstand raubt. Ich hoffe, ich kann diese Saison alle Ziellinien innerhalb der Zeitlimits erreichen. Mehr braucht es gar nicht, denn ehrlich gesagt sind mir die regelmässigen Runden hier am Hohenneuffen tausendmal wichtiger und bedeutender als das Finish bei einem Marathon oder Ultra.

Heute war very lauffriendly Wetter. Die Temperaturen voll im Wohlfühlbereich. Am Samstag wird es deutlich wärmer, mal schauen, in wie weit das mir dann zusetzen wird… Die Streuobstblüte ist – bis auf wenige späte Apfelsorten – durch und nun beginnt die Vorfreude auf die ersten Früchte, die dann in wenigen Wochen saftig und knackig von den Bäumen hängen: Kirschen!

03.05.2016, vm (01:38´11)

03.05.2016, vm (01:38´11)

 

(#56) 24.04.2016, Mittag

Hui – schon das zweite Mal diese Woche auf der Burg. Diesmal eine lange Kante, die uns von Linsenhofen über den Hohenneuffen und den Gustav-Ströhmfeldt-Weg mit Karlslinde, Hörnle und Jusi nach Kohlberg führt. Von dort dann weiter nach Tischardt und direkt vor die Haustür in Nürtingen. 34k und 1000HM. Das Wetter war geil – sämtliche Jahreszeiten (ok, der Herbst hat gefehlt 😉 ) haben uns heute beglückt. Schneefall obwohl strahlend blauer Himmel über uns war und die Sonne mit ihrer ganzen Kraft schien. AWESOME! So was erlebt man nicht alle Tage – ääähhh, Jahre. Für hiesige Verhältnisse starke Temperaturschwankungen. Wolken und Wind – kalt. Sonne: warm. Wunderschöne Wolkenformationen. Ich liebe den April! …vielleicht weil ich eine Aprilgeborene bin?

(#55) 20.04.2016, Vormittag

Schon lange war ich nicht mehr am Vormittag hier unterwegs. Das Licht, die Ruhe, der frische Tag – es ist so anders, als wenn ich am Nachmittag am Hohenneuffen unterwegs bin. In der Regel etwas langsamer, da mein Kreislauf noch nicht auf Hochtouren läuft als am Nachmittag. Die gute Form am Berg scheint sich zu halten: ich bin noch nie vormittags unter 01:40h auf der Strecke unterwegs gewesen. Beimersten ankommen auf dem Vorplatz winkt mir eine 55´49 auf der Ambit zu und beflügelt mich. Letztendlich bleibt die Uhr am Gipfel bei 01:37´09 stehen. Diese Zahlen überwältigen mich kurz, einzelne Tränchen rinnen mir die Wangen herunter und ich genieße den Ausblick, den blauen Himmel, die Sonne, das Grün, welches sich den Trauf langsam erkämpft.

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(#54) 14.04.2016, Nachmittag

Heute war der Himmel in Bewegung – immer wieder zogen verschiedene Wolkenformationen über das Land, hie und da fielen ein paar Tropfen. Morgens war es noch zunehmend sonnig, gegen mittag zog es sich immer mehr zu. Als ich aus Nürtingen mit dem Auto heraus fuhr, fing es dort an zu regnen. Gen Alb wurde es aber wieder trockener. Lokale Schauer. Mein Laufrhythmus war sehr geschmeidig, zügig, alles fühlte sich gut an.

Mitten im zweiten kurzen Anstieg, kurz nach dem Lettenwäldle auf dem Weg nach Balzholz, überfielen mich üble Krämpfe im Gedärm. Rumpeln, pumpeln, Flatulenzen die sich ihren Weg nach draussen bahnen. Aber keine Besserung. Da kommt wohl noch mehr… mittlerweile stand ich jedoch schon mitten in den Feldern, kein Baum, kein Busch – also wieder zurück Richtung Lettenwäldle. Endlich endgültige Erleichterung. Ok, die Laufzeit für heute bis zum Gipfel hatte nun keine Relevanz mehr. Plus die zusätzlichen 300m Weg zum Baum wurde das heute nix mit Anpeilung einer guten Zeit (obwohl dann doch trotz der „Haltestellen“ noch eine ganz passable Zeit herauskam). Dann kann ich ja auch schon bereits unterwegs zur Burg Bilder machen und nicht – wie sonst üblich – erst auf dem Rückweg. Als ich um den Berg renne, reißen die Wolken auf und es wird wieder sonniger. Der Frühling ist nun auch wirklich an der Alb angekommen, die Bäume treiben aus und so manch Obstbaum steht schon in voller Blütenpracht.

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Spätestens am Rückweg war all mein noch mentales Verbleiben bei der Arbeit weggeblasen – die Schönheit überwältigte mich abermals und das ein oder andere Tränchen der Demut und Dankbarkeit und Freude kullerte die Wangen hinunter. Auf der Burg war es ruhig und nur wenig los.

Diese Woche habe ich die 1000k – Marke geknackt. Zu Buche stehen nun 1022 Km mit 23200 HM.

14.04.2016, nm (01:43´25)

14.04.2016, nm (01:43´25)

(#53) 31.03.206, Nachmittag

BÄÄMMM!!! neue PB auf der Burg: 01:35´43. Krass…

Schon von Anfang an war klar, heute bin ich flott unterwegs. Die Beine arbeiteten, zügig, kraftvoll – und von ganz alleine. Ohne mein bewußtes Dazutun. Wenn ich nach dem ersten Mal Anstieg oben am Vorplatz ankomme, erlaube ich mir immer einen kurzen Blick auf die Zwischenzeit. Steht eine 57 (Minuten) vorne dran, weiß ich, daß ich einen guten Tag erwischt habe. Heute lächelten mir 54´01 entgegen… WOHA! So flott war ich noch nie – und ich hatte die Bestätigung, das die gefühlte Laufform auch mit der tatsächlichen Laufform übereinstimmt. Noch immer liegt der Windbruch und muß überstiegen werden. Vor ein paar Wochen hätte ich nie gedacht, das unter diesen Umständen überhaupt eine PB möglich ist 🙂 Und dann auch noch über 2 Minuten schneller als die letzte PB (01:38´00).

Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Wochen präsentieren werden. Ob die heutige Form nur zu Gast war und diese Zeit als „Fabelzeit“ in meine Annalen eingehen wird oder ob sich die Form bei mir seßhaft gemacht hat. Es bleibt spannend!

Das erste Mal in diesem Jahr nicht nur unten kurz, sondern auch oben kurz unterwegs. Geschmeidige 20° massieren meine Läuferseele. Ich war nicht traurig, das bereits am Nachmittag Wolken herein zogen un der blaue Himmel sich verabschiedete. Die warme Luft blieb, sogar oben auf der Burg wurde es mir nicht kalt. Jede Menge Osterferientouris tummelten sich am Berg und auf der Burg. Auf dem Rückweg gab es sanfte Abkühlung durch Regentropfen, sehr dosiert und genau richtig für das Wohlbefinden.

31.03.2016, nm (01:35´43) PB!

31.03.2016, nm (01:35´43) PB!

Geplättet :-)

Geplättet 🙂

(#52) 19.03.2016, Nachmittag

Unterwegs auf dem Pralinenarnband. Leider hatte die Sonne die Schlacht um die Burg gegen den Hochnebel verloren

19.03.2016, nm

19.03.2016, nm

(#51) 28.02.2016, „12 Uhr Mittags“

Es geht! Heute bin ich bedrohlich nah an meine FKT rangelaufen – trotz neu hinzu gekommenen Windbruch auf der Strecke:

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Da muss man sich erstmal „durchwühlen“…

Zusätzlich ließ ich einem MTBler den Vortritt, sein Bike über einen dem Sturm zum Opfer gefallenen Baum zu bugsieren. Mit dem Bike ist es nochmal anderst, über großen Windbruch zu kommen. Das ist läuferisch viel einfacher. Ein wenig Smalltalk musste dann natürlich auch sein, im Trail *liebhaben* vereint. Alleine war ich natürlich auch nicht am Berg, trotz des bedeckten Himmels waren weitere MTBler, Wanderer und Ausflügler unterwegs, die mich zum Slalom auf die Burg gängelten. Trotz dieser Hindernisse bin ich nur etwas über eine Minute langsamer gewesen wie die derzeitige FKT (01:38´00). Schon allein die Tatsache, unter 01:40´00 zu bleiben ist für mich der Indikator für perfekte Beine, ein excellentes Ausdauerlevel und eine sehr gute Downhill-Geschwindigkeit, denn auch dies schaffe ich nur äusserst selten. Heute blieb die Uhr dann bei 01:39´08 stehen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht… hoffentlich werden die vom Windbruch betroffenen Pfade auf das Frühjahr hin soweit wieder befreit, das sie durchgängig laufbar sind.

Schnee liegt nur in den oberen nördlichen Hanglagen auf den Pfaden, die Südseite ist auf Grund der vergangenen letzten zwei Sonnentage schneefrei. Die Schneegrenze liegt am Trauffuß.

28.02.2016, "12.00 Uhr mittags" (01:39´08)

28.02.2016, „12.00 Uhr mittags“ (01:39´08)

 

Bisherige Beitragsbilder:

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