R.I.P. Aichsteg

Die Natur nimmt unaufhörlich ihren Gang. Vergänglichkeit ist das wichtigste Gebot. Auch von Menschenhand Geschaffenes – sofern es aus natürlichen Rohstoffen besteht – ist dem Verfall geweiht.

Wie Katja bereits berichtet hatte, ist die einzige Möglichkeit, vom Bauernwald in den Unterhardtwald zu kommen – der Aichsteg – wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Der Steg ist ein wichtiger Knotenpunkt, um die Trails dies- und jenseits des Aichtales und seinen Höhen miteinander zu verbinden. Unsere Haustür-Home-Premium-Trailreviere sind getrennt worden. Die Alternative – sprich Umleitung genannt – ist alles andere als attraktiv. Sie führt ca. 2km lang an einer nicht gerade wenig befahrenen Straße entlang. Da Katja ja die Anständigkeit in Person ist und sie letzten Sonntag das Sperrschild respektierte und gar nich weiter danach schaute, wie es denn unten am Steg überhaupt aussieht, wollte ich mir heute mal selbst ein Bild von der Situation machen. Nun, ich hegte noch die Schelm in mir, hälinga (für Nichtschwaben: „heimlich“) auf Grund meiner Leichtgewichtigkeit, den Steg ganz still und leise, vorsichtig tastend, zu testen. Oder zur Not mitten durch die Aich rüber zu waten. Beide Schlachtpläne gingen heute nicht auf. Der Pilz muss sich wohl maßlos hungrig über den Steg hergemacht haben, denn der Steg gleicht einem Hochunsicherheitstrakt. Und solange die Aich Hochwasser führt, ist es doch etwas – zumindest für meinen Geschmack – abenteurlich, den Bach watend zu queren. Bei Niedrigwasser, vielleicht. Das ist aber vorerst mal nicht in Sicht.

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Tröstend ist die Tatsache, das der Steg erneuert wird und das soll wohl bis September gemacht werden.

Tröstend ist der Umstand, das unsere Haustür-Home-Premium-Trailrevier-Stammstrecke eigentlich nur von Oktober-Mitte Mai richtig Spaß macht. Jetzt, im fortgeschrittenen Frühjahr und Sommer, sind einige Abschnitte zu übewuchert, als das man dort noch laufend hindurch kommen würde. Wenn die Orchideen und Brennesseln und andere Gewächse mich um Köpfe überragen, muss meine Abenteuerlust schon sehr hoch sein, als das ich mich da dann noch durch wage. In diesen Wochen und Monaten muss meistens die Alternativroute herhalten. Blöd an der Sache ist, das die Mehrzahl der ganzjährig laufbaren Trails nur über die Umleitung erreichbar ist. Definitiv schlimmer wäre es gewesen, wenn der Steg über den Winter gesperrt worden wäre 🙂

Lieber Aichsteg, ich werde Dich so wie Du warst in Erinnerung behalten. Ich werde Dir jedesmal einen Gruß ins Jenseits schicken, wenn ich Deinen Nachfolger überquere. Oder im Niedrigwasser an dir vorbei wate. Du hast mir so viele schöne Stunden ermöglicht!

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Mein Abenteuer bekam ich dann aber doch noch:

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Erst Starkregen, dann mitten im Gewitter: Blitze zuckten und Donner grollten zeitgleich über mich hinweg. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zu den ersten Häusern, wo ich für eine Weile Schutz suchen konnte.

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3 Kommentare

  1. Tja, bin gespannt, ob das Brückerl repariert oder völlig neu gebaut wird. Jedenfalls ist es dann auch hoffentlich bei Nässe nicht mehr so glitschig! Dein Ausrutscher darauf hat ja Deiner Schulter schon echt lange zu schaffen gemacht…

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