Lauffreude mit Lauffreunden: Hydration Packs

Wer so wie ich auch gerne länger unterwegs ist, der kommt um einen Trinkrucksack nicht herum. Auf stundenlangen Ausritten ist er der hilfreichste Begleiter, den man haben kann. Mit ihm auf dem Rücken ist man für sämtliche Gegebenheiten, welche unterwegs so anfallen, gewappnet. Ob es aufkommender Durst oder Hunger ist, das Foto das man schießen möchte, Jacke/Armlinge/ Handschuhe an- oder ausziehenund verstauen, die triefende Nase versorgen, Verletzungen behandeln, eine Stirnlampe parat haben, Salztabletten einwerfen, Kleingeld für ne Limo oder den Zug nach Hause, Wechselklamotten, Stöcke und und und… je nach Jahreszeit, Art und Länge des Trailruns kommt da doch mitunter schon einiges zusammen, was ich so mit mir schleppe.

Der größte Aspekt dabei dient der Versorgung mit Flüssigkeit und Nahrung, dann folgen Sicherheit und damit einhergehend die Risikominimierung. Im Laufe der Jahre hat sich bei mir an Trinkrucksäcken und Trinksystemen doch das ein oder andere eingenistet. Wie eigentlich alles beim Langstrecken-Trailrunning muß jeder für sich das passende finden. Was ich für mich als geeignet und komfortabel empfinde, heißt nicht, das es auch bei anderen so ist. Also kann ich immer nur meine eigene subjektive Meinung wieder geben. Ich bin viel und oft mit Trinkrucksack unterwegs, da ich häufig Läufe um die 20k mache.

Vorweg: ich bevorzuge Trinkblasen in Rucksäcken. Softflasks sind eine tolle Erfindung, die ich selbst auch nicht missen möchte, jedoch komme ich persönlich besser während dem Laufen mit dem Trinken aus der Blase zurecht. Und das Reinigen/Trocknen der Blase sowie des Trinkschlauches nach dem Laufen geht mir sogar schneller von der Hand als dasselbige Notwendige bei Softflasks…

Salomon Skin Pro 3 Set

Mein häufigster Begleiter und absoluter Liebling! Passt mir wie angegossen – diesen Rucksack gibt es in Einheitsgröße, er läßt sich jedoch an den Schulterträgern verstellen. Es ist erstaunlich, was in diesen 3l Rucksack alles so rein passt – genug, um stundenlang unterwegs sein zu können. Zumindest solange man keine mit führenden Wechselkleidung braucht. Egal ob es laufend, wandernd oder radelnd ist. Nach zwei Jahren intensivem Gebrauch und etlichen Waschgängen in der Maschine hat sich vor kurzem der Reißverschluss vom Hauptfach verabschiedet. Hier habe ich mir jedoch ganz simpel mit einem dünnen Schnürsenkel und einem Tankaverschluß beholfen. Für den Notfall habe ich noch 4 kleine Sicherheitsnadeln immer dabei. Ansonsten zeigt der Rucksack nur minimale Verschleißspuren (Schriftzüge blättern ab) und ich gehe davon aus, dass er mich noch lange begleiten wird. Leider hat ihn Salomon ab dieser Kollektion H/W aus dem Programm genommen. Finde den nur ich gut? Egal, ich habe für Vorrat gesorgt. Der UVP lag bei knapp über €100, im Lieferumfang enthalten ist die Trinkblase, welche schon allein mit €40 zu Buche schlägt. Ich habe (vor zwei Jahren sowie vor kurzem) €71 bezahlt. Feines Teilchen für den Preis *g*

Salomon Advanced Skin S-Lab 12 Set

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Dieser Rucksack hat vor Jahren einen wichtigen Meilenstein in der weiteren Entwicklung von Trinkrucksäcken gesetzt. Weg von den damals „klassischen“ Formen von Rucksäcken. Die Westenform ist – was die Passform und das Anliegen am Körper angeht – nach wie vor das Non plus Ultra eines Trinkrucksacks. Mein Begleiter im Gebirge, auf Ultras, wenn mitzuführende Wechselkleidung unumgänglich ist (bei Anreise ohne Auto oder im Wettkampf). Natürlich wurde er weiter entwickelt – hauptsächlich wird er nun aus noch viel leichterem und dehnbarerem Material gefertigt und ist mehr auf Softflasks ausgelegt (eine Trinkblase hat Platz, ist aber nicht mehr im Lieferumfang enthalten. Dafür gibt es 2 Softflask mit einem Fassungsvermögen von je 500ml.) Die Grundform ist bis heute geblieben. Wenn man es genau nimmt, auch die Taschenanordnung. Die Gestaltung der Taschen hat sich verändert. Es gibt ihn im Programm von Salomon immer noch genau so, jedoch wird er nicht mehr in der S-Lab Reihe geführt – inkl. Trinkblase.

Salomon S-Lab Ultra Set

Weniger geht eigentlich nicht mehr… dieser „Rucksack“ wiegt nicht mehr als ein Shirt. Sehr weiche Materialien, die sogar direkt auf der Haut getragen werden können. Er ist nur mit Softflasks kompatibel (2 x 500ml Flasks sind im Lieferumfang enthalten). Das Wichtigste und erstaunlich viel findet Platz. Durch die Leichtigkeit, die hohe Atmungsfähigkeit und die helle Farbe ist er im Sommer super. Das Ultra Set kann auch unter der Jacke getragen werden, sofern diese reichlich genug ist. Das Packmaß ist winzig und daher kann das Ultra Set überall hin mitgenommen werden, es passt in jede noch so kleine Reisetasche hinein. Ich finde das Ultra Set auch als gute Alternative zu den Belts, mit denen ich persönlich überhaupt nicht klar komme. Nervig ist die Pfriemelei, bis die befüllten Softflasks in der jeweiligen dafür vorgesehenen Tasche im Frontbereich verstaut sind, diese sind meiner Meinung nach einen Tucken zu eng. Wie das im angezogenen Zustand des Rucksacks gehen soll, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. In der hinteren mittleren Tasche findet eine weitere Softflask problemlos Platz (hier nehme ich aber lieber die Kürzeren von Hydrapak) und diese kann auch ohne großartige Verrenkungen während des Laufens raus geholt und wieder eingesteckt werden. Ein *nice to have*!

Salomon S-Lab Hydro Set

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Für mich das am angenehmsten tragbare Handheld-System. Bei mir meistens im Einsatz bei Tempoeinheiten oder wenn es erbärmlich heiß ist und selbst nur eine kurze Runde ohne Trinken schnell zur Tortour wird. Letztes Jahr hatte ich es öfters im Gebrauch, dieses Jahr störte es mich zunehmend, das ich die Hände nicht frei habe beim Laufen. Leider nimmt die Flüssigkeit sehr sehr schnell Körpertemperatur an. So wird an heißen Tagen das kalte Wasser in der frisch aus dem Kühlschrank kommenden Softflask innerhalb von 5 Minuten zur Plörre, die kaum mehr trinkbar ist und lediglich zur Befeuchtung der Schleimhäute dient als dem Löschen des Durstes. Mit €49 und einer 250ml-Softflask inkl. aber eindeutig zu teuer…

Raidlight Trail XP6 und Haglöfs Gram7

Beide haben eine „klassische“ Rucksackform. Der Tragekomfort ist trotzdem gut. Die Hüfttaschen nehmen allerlei Zeugs auf und die Balgfunktion der Hüfttaschen beim Haglöfs ist einfach genial. Mit diesen beiden kann ich mehr Flüssigkeit mitführen als mit den Salomon und sind somit bei autarken langen Läufen am Start, bei denen es weniger um mitzuführende Ausrüstung geht und mehr um genügend Verpflegung dabei zu haben. Im Raidlight hat sogar eine 3l Blase Platz, im Haglöfs lässt sich komfortabel eine 2l Blase unterbringen (3l sind sicherlich auch drin). Der Raidlight hat zwar eine große Taschenvielfalt, jedoch bedeutet das nicht immer gleich, das man mehr Zeug unter bekommt. Das größte Manko des Raidlight sind die beiden Flaschentaschen am Schulterriemen, welche für die mitgelieferten zwei 150ml Flaschen (hart!) sind. Ich nehme jedoch lieber die 150ml-Softflasks von Hydrapak, da ich das Geschwabbel in Hartflaschen nicht mag. Diese Taschen lassen sich ansonsten nicht wirklich für andere Dinge nutzen. Weder Gels noch Riegel können darin verstaut werden. Die Mitnahme von Wechselkleidung erfordert Geschick in der Auswahl, da nicht wirklich Platz dafür da ist: das Hauptfach ist nicht sonderlich groß, das Gesamtvolumen verteilt sich auf viele kleine Taschen. Das große Plus beim Raidlight ist, das man viel Funktion und Tragekomfort (ein Leichtgewicht) für relativ wenig Geld bekommt: er punktet mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis (€79,99 jetzt, vor zwei Jahren gab´s ihn für €69,95]) Im Haglöfs kann problemlos Wechselkleidung mit geführt werden und aussen können Stöcke oder auch andere Dinge über ein Schnur-Haken-Ösen System fixiert werden, welches zuverlässig funktioniert. Die kleine Tasche am Schulterriemen habe ich mir als Zubehör dazu gekauft. Und wie man Haglöfs kennt, verzichten sie auch bei der Ausstattung der Trinkrucksäcke auf Taschen-Schnickschnack und bleiben ihrem Minimalismus treu. Insgesamt gesehen ist mir der Haglöfs der Liebere von den beiden.

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