Durch das Estergebirge

Seit letztem Jahr wollte ich diese Tour mal laufen. Von Eschenlohe aus über den Höhenzug des Estergebirge bis nach Oberau. Gestern erwischte ich dafür einen traumhaften Spätsommertag…

Das Estergebirge liegt im Zugspitzland, ist aber keinesfalls von dem Trubel, welcher sich rund um die Zugspitze Wochenende für Wochenende abspielt, erfasst. Wank, Herzogstand und Heimgarten sind ausgenommen, diese  unter Wanderern und Trailrunnern beliebten Berge sind auch dem Estergebirge zugehörig. Der Rest des Gebirges, welches genau zwischen den oben genannten Bergen liegt, ist einsam. Der Hauptgrund hierfür sind wohl die langen und vor allem wenigen Zu- und Abstiege, dazu gibt es nur eine einzige Einkehrmöglichkeit dort oben, die Weilheimer Hütte unterhalb des Krottenkopf (2086m, zugleich der höchste Gipfel des Estergebirge). Diese liegt ungefähr in der Mitte des Höhenzuges, welcher sich im Südosten vom Hohen Fricken (1940m) und im Nordwesten der Hohe Kiste (1922m) hinzieht entlang des Loisachtal. Weitere markante Gipfel sind der Bischof (2033m) und der Krottenkopf. Ganz im Westen liegt noch der Simetsberg (1840m), welcher jedoch abseits des Höhenzuges liegt und vom Walchensee aus bestiegen wird.

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Ich wählte als Startpunkt Eschenlohe aus, um dann in Richtung Südwesten zu laufen und nach Oberau oder wieder abzusteigen. Beide Orte liegen auf der Bahnstrecke München-Garmisch und somit kann diese Einwegstrecke problemlos logistisch gemeistert werden 🙂 Alternativ kann man die Strecke noch bis nach Garmisch ausweiten und den Wank (1780m) mitnehmen.

Um kurz vor 08.00 Uhr erreichte ich Eschenlohe, und bereits 2km später ging es auf den Hahnbichlsteig hoch in den Höhenzug des Estergebirge

Der Aufstieg zieht sich unterhalb der Hohe Kiste hin. Dann beginnt das Trailrunner´s Paradise bis zur Weilheimer Hütte. Leicht wellig zieht sich der Trail unterhalb der Hohe Kiste, Archtalkopf, Schindlerskopf und Oberer Rißkopf hin. Volle Aussicht nach Süden und immer mal wieder auch nach Norden, wo sämtliche Seen, welche zwischen München und den Alpen liegen, zu sehen sind. Ammersee und Starnberger See, Staffelsee und noch weitere

Auf dem Gipfel des Krottenkopf hat man eine schöne 360° Panoramaaussicht. Schon allein deswegen lohnt sich der lange Weg. Bis hierhin war ich knapp 3 1/2 Stunden unterwegs…

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Die letzten Meter zum Gipfel

Dann geht der Steig weiter in Richtung Südwesten unterhalb der Südseite des Kareck (2046m) und unterhalb der Nordflanke des Bischof (2033m) entlang. Hier wurde der Pfad (für mich) immer unlaufbarer, ständig wurde ich von Felsstufen und zu übersteigenden Latschen-Verwurzelungen ausgebremst. Wegen der Einsamkeit dort oben wollte ich auch auf keinen Fall einen Sturz riskieren, denn der noch vor mir liegende Abstieg ins Tal über den Oberauer Steig würde lang werden… im oberen Teil ist der Steig auch noch gut zu laufen, im unteren Teil wurde er zunehmend beschwerlich. Steil, stufig, streckenweise handschmal, enge und unzählige Serpentinen… und: der Steig wollte gefühlt nicht enden. Es wurde zunehmend wärmer und meine Trinkblase war mittlerweile auch leer. Die letzten 4km bis Oberau musste ich trocken laufen. Das letzte Stück nach dem Steig bis Oberau sind ca. 1km auf Forstweg und 2km auf dem Radweg. Zum Glück hatte ich noch Zeit dem Supermarkt dort einen Besuch abzustatten, bevor ich wieder nach München zurück fuhr.

Die Tour, welche durchaus ihren Anspruch hat und nicht unterschätzt werden sollte, hatte 20k und 1550HM. Ich habe 6 1/2 Stunden plus 15min Gipfelrast dafür benötigt inkl.kurzer Fotostopps. Lediglich die Zu- und Abwege waren keine Trails. Sobald man das Estergebirge erreicht hat, ist man auf 100% Trails unterwegs. Eines ist sicher: ich komme wieder!

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10 Kommentare

  1. Kommt mir ziemlich bekannt vor 😉 Ist wirklich traumhaft dort oben, vor allem, weil so wenig los ist. Dazu die günstige Verkehrsanbindung. Muss ich unbedingt noch einmal machen in dieser Saison.

    1. Ja, die Verkehrsanbindung ist 1A. Das würde ich mir hier zu Hause an der Schwäbischen Alb auch verbessert wünschen. Dadurch werden Einwegstrecken möglich ohne großen logistischen Aufwand…
      Ich werde dort auch nochmal hingehen, mich reizt ja schon noch die „ganze“ Durchquerung, von Eschenlohe bis nach GAP runter. Dieses Jahr wird´s aber wohl nix mehr 🙂

  2. Wow schöne Runde. Den Krottenkopf habe ich auch auf meiner Liste, im Urlaub in Grün im August habe ich den jeden Tag auf dem Balkon sitzend gesehen und gedacht, da musst auch mal hoch. Ich denke 2016 werd ich mal hochlaufen aber von Krün aus.

      1. Ja ich war jetzt im Urlaub auf der anderen Seite oben, Signalkopf/Seinskopf auch echt schön dort. Ich mag die Gegend ja eh, wir sind ja schon seit 3 Jahren immer in Grün zum Urlaub.

  3. Hallo!

    Das muss ja eine Traum gewesen sein, leider war ich nicht mit dabei.
    In diese Gegend muss ich auch mal hin, vielleicht im nächsten Jahr.

    Gruß
    Papa

    1. Hallo Papa,

      ja, das war echt schön dort oben. Man muss jedoch gut Zeit einkalkulieren, denn die Zuwege sind lang. Das wird für Dich aber kein Problem sein 😉

      Lieber Gruß Simi

  4. Das Panoramabild ist auf dem Krottenkopf aufgenommen oder? In welche Richtung blickst du da, welche Gipfel sind das? Ist das im Hintergrund der Signalkopf bzw der Seinskopf?

    1. Ja, das Panoramabild ist auf dem Gipfel des Krottenkopf aufgenommen in Blickrichtung Südwesten. Im Hintergrund von links nach rechts: das Wetterstein mit Zugspitze, dann Kramerspitz und Ammergauer Alpen. Im Vordergrund von links nach rechts: Zunderkopf, Wank, Hoher Fricken, Bischof, Henneneck und Kareck.

      Signalkopf und Seinskopf liegen in östlicher Richtung vom Krottenkopf. Dort war ich mal vor Jahren, lagen beide auf dem Weg im Aufstieg zur Schöttelkarspitze. Sehr schön dort!

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