My first DNS

Gestern habe ich mein erstes DNS („Did Not Start“) einkassiert… oder besser gesagt, ich habe es mir gegönnt.

Der Esslinger Citylauf stand auf dem Programm. Flache 10k (4 Runden á 2,5k) durch die Esslinger Altstadt. Wegen der Hitze habe ich kapituliert. Und ich bereue es keine einzige Sekunde 🙂 Bereits vor Jahren bin ich schon mal bei 36° zu diesem Lauf gestartet, und ich hatte mir damals geschworen. „Nie wieder!“. Als Mitte vergangene Woche fest stand, das abermals Temperaturen jenseits der 30° mit Hang in Richtung 40° am Sonntag herrschen würden, sanken meine Ambitionen zum Start gen Null. 2 Tage lang überlegte ich, ob der Lauf bei solchen Bedingungen für mich irgendeinen produktiven Effekt haben würde. Ich kam zu der Ansicht NEIN:

1. Ich habe nicht vor, beim Badwater Ultramarathon oder einem sonstigen Wüstenlauf an den Start zu gehen

2. Das es am 22. August in Irland beim Hardman so heiß werden wird, ist äusserst unwahrscheinlich

3. Wenn, dann hätte ich bei einem Start diese 10k als Tempotraining genutzt – bei solcher Hitze sagt mein Körper jedoch

„NO  GO“

So fuhren wir gestern ohne unsere Laufklamotten im Gepäck zu haben nach Esslingen um meine Kollegen wenigstens anzufeuern und ein wenig zu supporten. Der Hauptlauf startet immer um 11.00 Uhr. Meiner Meinung nach – und da bin ich bei weitem nicht allein – viel zu spät am Tag gelegt für diese Jahreszeit. Nicht besonders Läuferfreundlich. Der Veranstalter argumentiert, das um 09.00 Uhr ja die Schüler- und Bambiniläufe starten und deswegen der Hauptlauf erst um 11.00 Uhr starten kann. Es ist klar, das man den Nachwuchs auch nicht in der Hitze rumrennen lassen kann, aber es gäbe ja auch noch andere Lösungsmöglichkeiten. Zum Beispiel  – so wie beim Stuttgartlauf – Samstag und Sonntag zu veranstalten. Für dieses Jahr wurde dann auf Grund der Hitzebelastung entschieden, den Lauf auf 3 Runden á 2,5k zu kürzen. Also gesamt 7,5k die es zu absolvieren galt.

Wir suchten uns ein schattiges Plätzchen ungefähr auf der Hälfte der Runde, kurz nach dem Postmichelbrunnen. Dort feuerten wir die Läufer an. Viele sahen bereits auf der ersten Runde schon ziemlich mitgenommen aus. Starre Blicke durch den Tunnel. In der zweiten Runde kolabierte ein junger Läufer keine zehn Meter weg von uns, zum Glück war ein Betreuer vor Ort. Von den Läufern um ihn herum hatte überhaupt keiner reagiert geschweige denn mitbekommen, das er gesundheitliche Probleme hatte. Auch im Ziel: so gut wie keiner lächelte oder freute sich über sein Finish, alle waren nur völlig abgekämpft und platt (und das war sicherlich nicht nur der Hitze zuzuschreiben). Teilweise wurden die Läufer auf Bahren weg getragen. Ehrlich gesagt bin ich solche Anblicke gar nicht mehr gewohnt. Nur sehr selten (konnte ich locker an einer Hand abzählen) konnte ich Teilnehmer erblicken, die einen entspannten Eindruck machten. So ganz anders wie bei Trailveranstaltungen. Nicht meine Welt, da stehe ich ganz ehrlich dazu. Am meisten haben mich die Teilnehmer beeindruckt, die ganz hinten im Feld sich jeden Schritt erarbeitet und sich durch jeden Kilometer gekämpft haben einfach nur um dabei zu sein. Ein junger Mann hatte nicht mal eine Laufshort, er ging mit einer Jeansbermuda ins Rennen. Chapeau!

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2 Kommentare

  1. Bei den Temperaturen die einzig richtige Entscheidung. Bei so einer Hitze einen 10er zu laufen ist für die Gesundheit definitiv nichts und wenn man Pech hat klappt man zusammen.

    Wie oft habe ich schon Läufer am Straßenrand liegen sehen bei Wettkämpfen.

    1. Ja, Gesundheit geht vor. Es gibt sicherlich viele Läufer, die mit Hitze klar kommen – ich gehöre jedoch definitiv nicht dazu. Für mich ist unter solchen Bedingungen schon ein kurzer lockerer Lauf hart an der Grenze – und dann noch Gas geben? No way…

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