Laufbacher Eck-Weg

Gestern beglich ich die Rechnung, die noch von letzten Samstag offen war und allen Teilnehmern des ZUT verwehrt blieb: Bergpanorama genießen!

Was eignet sich da mehr dafür als einen Höhenweg zu laufen. Der wohl als „Schönster“ gehandelte Höhenweg in den Allgäuer Alpen ist der Laufbacher Eck-Weg. Die Verbindung zwischen den Edmund-Probst-Haus (Nebelhorn) und Prinz-Luitpold-Haus (Hochvogel) verläuft zumeist auf einer Höhe von 2000m oberhalb des Oytal. Bereits letztes Jahr wollte ich ihn mir unter die Beine nehmen, jedoch klappte es aus verschiedenen Gründen nicht.

Mit dem Giebelhausbus um 08.15 Uhr ging es los in Hinterstein (2h Fahrzeit bei leerer Autobahn von Nürtingen), ein Teilort von Bad Hindelang, gelegen im Hintersteiner Tal und die letzte Ortschaft dort. Am hintersten Parkplatz startet der Giebelhausbus, mit dem man die zum Laufen unattraktiven 10k bis zum Giebelhaus in 20min Fahrzeit überbrücken kann.

Am Giebelhaus angekommen, nahm ich den Weg rechter Hand ins Obertal, in Richtung Plättelealpe. Alleine war ich dort unterwegs, denn alle anderen mitfahrenden Wanderer nahmen den Weg, der linker Hand liegt, ins Bärgündeletal und zum Prinz-Luitpold-Haus. Die Plättelealpe las ich links liegen und stieg weiter zur Wengenalpe auf, bis dorthin ist der Weg asphaltiert. Da er jedoch nicht allzu steil ansteigt, konnte ich das meiste davon laufend hinter mich bringen. Ab der Unteren Wengenalpe wird es dann steil. Vor der Brücke zur Bächhütte zweigt dann der Aufstieg ab in Richtung Edmund-Probst-Haus. Hier beginnt der Trail, immer am Wengenbach entlang. Zuerst über eine Wiese, dann durch einen bis zu den Knien reichenden „Urwald“ mit Null Sicht auf den Untergrund. Ich war froh, hier aufsteigen zu können und nicht absteigen zu müssen. Die mir entgegen kommenden Wanderer sahen nicht ganz so glücklich aus. Sie konnten den Weg nur erfühlen, ich konnte mir mit meinen Stöcken den Weg wenigstens etwas sichtbar machen. Für die absteigenden Wanderer war höchste Vorsicht geboten, denn der unter den Pflanzenblättern verborgene Trail war nicht einfach, mit vielen Steinen und Löchern versehen. Die letzten Höhenmeter ab der Oberen Wengenalpe verliefen über Grashänge. Letzte kleine Altschneefelder gab es noch. Dann kommt man an einem kleinen Sattel an, welcher einen tollen Ausblick gewährt. Geradeaus der Hohe Ifen, das Fellhorn. Rechts das Nebelhorn und der Hindelanger Klettersteig bis zum Großen Daumen. Hinter einem Gaishorn, Rauhhorn, Kugelhorn, die ganze Bergkette des Jubiläumsweges (auch toll!) bis zum Hochvogel. Und links der Zeiger, über den ein handbreit schmaler Pfad führt und in den Laufbacher Eck-Weg mündet. Diesen nahm ich, ich hatte keine Veranlassung, zum Edmund-Probst-Haus abzusteigen. Von Westen her zog Regen herein, aber der Wettergott war mir gestern äußerst wohl gesonnen. Der Regen zog auf der anderen Seite des Oytal über die Höfats (wegen seiner Schönheit ein polarisierender und berühmt berüchtigter Berg in Oberstdorf, schwieriges Gelände in dem schon viele abstürzten). Nur ganz wenige vereinzelte Tropfen fanden den Weg zu mir herüber. Die Stimmung und der Anblick war wunderschön und entschädigte den vergangenen Samstag 🙂

Nach dem Sattel zwischen Laufbacher Eck (den Gipfel ließ ich aus) und Rotkopf kam ein mitunter steiler Abstieg, unterhalb des Schneck entlang. Steil, ein großes Altschneefeld (Nota: die Tour kann deshalb nicht zu früh im Jahr gemacht werden), geröllig. Hier war vollste Konzentration gefragt. Das Altschneefeld fuhr ich ab. Ging am besten so 🙂 Den Schlenker zum Prinz-Liutpold-Haus ließ ich für dieses mal aus und stieg direkt ins Bärgündeletal ab. Ab der Bergwachthütte ist der Weg wieder asphaltiert, es gibt jedoch einen Grünstreifen, auf dem man weitestgehend die 3,5k bis zum Giebelhaus hinab laufen kann. Dort angekommen, überlegte ich kurz, ob ich weiter die 10k bis zum Parkplatz laufen sollte, so quasi als Asphalttraining für meinen bevorstehenden Marathon in Irland im August. Ich entschied mich aber dagegen. Lieber die Körner sparen und nächste Woche mal flott über die Straßen fegen. Für heute sollte es reichen. 21k mit 1350HM waren eine Woche nach dem Supertrail XL als erster Post-Race-Lauf genug. Es lief gestern sehr gut, ich wollte es aber nicht übertreiben. Und die Entscheidung war goldrichtig. Noch während ich mich an der Bushaltestelle in meine Wechselklamotten warf, fing es an zu tröpfeln und gleich darauf kurz aber heftig zu regnen. Mit dem Bus ging es dann wieder zurück zum Auto.

Fazit: besonders empfehlenswert! Ich komme wieder, keine Frage *g*

So, und nun ist genug erzählt. Ab jetzt lasse ich die Bilder sprechen 🙂

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9 Kommentare

    1. Ja, echt empfehlenswert. Überhaupt, die Gegend rund um Hinterstein ist toll, ich war dort schon sehr oft zum Wandern unterwegs. Es gibt dort noch einen zweiten Höhenweg: der Jubiläumsweg. Dieser kann direkt vom Ort aus (auch in Teilstücken) angegangen werden. Die Gegend wird ab nächstes Jahr der adäquate Ersatz für Tagesausflüge in die Münchner Hausberge sein 🙂

  1. Sieht super aus, ich freu mich schon drauf, das dann nächstes Mal mit Dir gemeinsam zu erleben! ❤ :-*

    1. Hihihi, das dachte ich mir fast schon 😉

      Die Teerwege… Ich finde auch, das sie sehr schnell verblassen und in den Hintergrund treten im Angesicht der wunderschönen Bergwelt und dem Laufbacher Eck-Weg. Vom Giebelhaus/ Hinterstein aus scheinen jedoch die Hatscher nicht ganz so lang zu sein wie von Oberstdorf aus. Jeweils max halbe Stunde. Mit Musik im Ohr geht´s.

      O ja, sehr schöne Ecke. Dort habe ich vor Jahren meine ersten alpinen Bergerfahrungen gesammelt. Als Kind die schmerzhafte Erfahrung von dicken Blasen an den Füßen und unerträglichem Muskelkater 😀 . Die Gegend hat immer irgendwie was mit „nach Hause kommen“ für mich. Und vom Neckartal aus am schnellsten zu erreichen, inkl Tannheimer Tal direkt daneben. Optimal für für Tagesausflüge!

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