Kantensession

Gestern absolvierten wir unseren letzten langen Trailrun innerhalb der Vorbereitung auf das erste Highlight der Saison: der T40 auf Madeira. Bei Trailrunning-Deluxe-Verhältnissen ging es über die Blaue Mauer. Zwei Laufrunden standen zur Auswahl, beide 33k lang. Entweder vom Tiefenbachtal aus auf den Hohenneuffen und von dort über die Bassgeige wieder zurück zum Ausgangspunkt (800HM). Allerdings mit einem hohen Forstweganteil. Oder über den Jusi, das Hörnle und dann oberhalb des Ermstales bis kurz vor Bad Urach, dann Hülben streifend und auf dem HW1 zum Hohenneuffen und zurück zum Ausgangspunkt (gute 1200HM). Sehr hoher Trailanteil. Im Hinblick auf Madeira haben wir uns für letztere Variante entschieden.

Wir waren zwar erst vor 2 Wochen am Jusi, haben damals dort ein reines Downhill-Training gemacht. Beim T40 gilt es, 3000HM im Downhill zu meistern. So viel negative Höhenmeter an einem Tag sind wir bisher nur einmal in unserem Leben gelaufen, letztes Jahr beim Zugspitz Supertrail. München selbst bietet wenig Möglichkeiten, richtig Höhenmeter zu trainieren so lange man nicht in die Hausberge fahren kann, welche aber noch – für unseren Geschmack – zu viel Schnee haben. Also konzentrierten wir uns an den Nürtinger Wochenenden eben mehr auf die Schwäbische Alb. Das reine Downhill-Training gestaltete sich folgendermaßen: Hoch zügig gehen, runter laufen. 3 Stunden lang. Katja hat neun Loops geschafft, ich zehn Loops. Dann wollten die Beine nicht mehr. Der Muskelkater danach war nicht von schlechten Eltern 😉

Etwas Unentschiedenheit bestimmte ab Donnerstag die Planung für dieses Wochenende. Ursprünglich wollten wir heute bei einem Freund mit Freunden dessen „Vor der Haustür“ laufen. Eine wirklich wunderschöne Runde zwischen Köngen, Esslingen, Denkendorf und Neuhausen Filder. Jedoch war die Wettervorhersage am Donnerstag sowie am Freitag für heute, Sonntag, richtig mies. Kühl und Dauerregen mit starkem Wind. Eigentlich nichts, was uns aufhält laufen zu gehen – jedoch wollten wir keinen Rückfall von Katja´s grippalem Infekt noch eine Neuerkrankung riskieren so kurz vor dem Urlaub. Bei langen Kanten braucht´s eben bei uns auch immer wieder Gehpassagen und da war uns die Gefahr der Auskühlung bei solch Wetter zu groß. Dass das Wetter heute zwar windig aber doch trocken geblieben ist – mei, das konnte keiner hellsehen. Es war heute so, wie es eigentlich für gestern vorausgesagt war. Aber irgendwann muss man eben eine Entscheidung fällen auch wenn sie schwer fällt – und diese fiel am Freitag Abend für das lange Laufen am Samstag.  Das wir am Samstag dann Kaiserwetter erwischten, das war voraussagetechnisch genauso unwahrscheinlich wie das es heute trocken blieb.

Gestartet sind wir am Wanderparkplatz „Sportplatz Kappishäusern“. Von dort ging es zunächst auf den Jusi

über das Hörnle bis zur Karlslinde

An der Karlslinde hielten wir uns rechter Hand immer an der Kante entlang und somit oberhalb des Ermstales am Deckelesfels und Buckeler Kapf vorbei bis zu den Nägelesfelsen oberhalb von Bad Urach. Durchgängig Trail vom feinsten im Wellenprofil. Überhaupt, flache Abschnitte gibt es auf der gesamten Strecke so gut wie keine – entweder geht es hoch oder es geht runter, mehr oder weniger…

An den Nägelesfelsen geht es dann links Richtung Hülben über Forst- und Wirtschaftswege, welches wir am Ortsrand streiften und diese Passage immer zum futtern nutzen. Dann wieder ein Stück auf dem Kantentrail zurück, auf dem wir gekommen sind um dann kurz nach dem Flugplatz in Hülben rechts auf den HW1 einzubiegen und weiter in Richtung Hohenneuffen zu laufen. Vor 4 Wochen sind wir dort noch teilweise knietief im Schnee versunken, gestern war alles trocken und schon nahezu komplett vom Herbstlaub frei. Wirklich traumhafte Verhältnisse. Kurz vor dem Hohenneuffen, noch vor den Parkplatzfelsen gibt es die Neuffener Höllenlöcher. Als Höllenlöcher werden Abrissspalten am Albtrauf bezeichnet. Typische geologische Formationen der Gegend, die spektakulärsten sind auf den Höhen zwischen Bad Urach und Dettingen/Erms in der Nähe des Rossfeldes zu finden. Die tiefste Stelle der Abrisskluft dort misst stolze 73 Meter und man kann mitten durch laufen.

Die Neuffener Höllenlöcher sind zwar nicht so tief, jedoch nicht minder schön und beeindruckend

Auch an der HW1-Kante ging es im Wellenprofil bis zum Hohenneuffen

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Auf der Burg gönnten wir uns eine ausgiebigere Pause mit einem wunderbar leckeren und erfrischendem Apfelschorle, dazu Riegel, eine Knabbermischung aus schokolierten Espressobohnen und kandiertem Ingwer (extremst empfehlenswert!) und einem kleinen Sonnenbad. Nach der Stärkung folgte der Downhill, dann die Querung bis kurz vor das Bauernloch um dann im Tal die Seite zu wechseln. An den Hängen unterhalb des Winnender Berges liefen wir zum Spadelsberg, hier begann der erneute Aufstieg hoch auf die Kante bis zum Schillingskreuz

Ab dem Schillingskreuz sind wir auf demselben Weg über das Hörnle zurück zum Jusi, wie wir gekommen sind. Am Jusi wählten wir zur Abwechslung mal den Downhill, welcher sich am Jusirücken im Wald befindet. Auch ein sehr schöner Trail, der im unteren Drittel sehr steil wird und nochmals vollste Konzentration und Muskelarbeit verlangte. Dann ging es quer durch Kappishäusern zu unserem Ausgangspunkt. Am Ende schlugen 33k mit 1200HM zu Buche. Lediglich in der letzten halben Stunde wurde die Sonne so langsam von der heraufziehenden Bewölkung verschluckt. Ansonsten beglückte uns die ganze Zeit während des Trailruns Kaiserwetter

Eine schöne Mischung des Gustav-Ströhmfeld-Weges mit dem HW1, gespickt mit einem sehr hohen Trailanteil welche das Dreigestirn Jusi, Hörnle und Hohenneuffen verbindet.

Der move

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