Nur noch 4 Tage

In 4 Tagen geht es endlich los! In 4 Tagen beginnt unser Abenteuer, der Salomon Zugspitz Ultratrail. Das größte Trailevent in Deutschland,  findet dieses Jahr zum vierten Mal statt und hat schon längst Kultstatus erreicht, Trailrunner aus der ganzen Welt nehmen daran teil. Alles ist vertreten, die Cracks und die Rookies. Profis und Amateure tummeln sich auf engstem Raum und alle fühlen sich miteinander verbunden, es ist wie ein Treffen einer Großfamilie. Das halbe Trail-Forum wird da sein, wir werden jede Menge neue und alte und nur nach Nickname bekannte Bekannte treffen, alle verteilt auf die verschiedenen Streckenlängen wobei die meisten den Hunderter in Angriff nehmen. Eine ganz besondere Atmosphäre mit absoluter Gänsehaut-Garantie. Für uns wird es das zweite Mal und sicherlich nicht das letzte Mal sein das wir dabei und mittendrin sind. Letztes Jahr haben wir den Basetrail gefinisht, dieses Jahr wird die Herausforderung der Supertrail sein.

60km mit 3000HM im Aufstieg und 3300HM im Abstieg gilt es zu meistern, eine Strecke so lang und soviel hoch und runter wie wir noch nie am Stück unter die Beine bekommen haben. Von Leutasch-Weidach direkt hoch zum Scharnitzjoch, runter durch das Puittal und dann in Richtung Mittenwald im Leutaschtal. Über den Ferchensee via Bannholzweg geht es ins Reintal, dann kommt der Aufstieg zum Längenfelder, eine hochlagige Runde über den Osterfelderkopf wieder zum Längenfelder und von dort aus dann der finale Downhill nach Hammersbach und die letzten 2km nach Grainau ins Ziel.  Den ersten Teil der Strecke (Scharnitzjoch und Puittal) kenne ich von einer Wanderung 2012, im zweiten Teil der Strecke dann ab dem Ferchensee geht es auf bekannter Strecke vom Basetrail letzten Jahres. Somit weiß ich, was auf mich zukommt und welch großartige Landschaft wir durchlaufen dürfen. Das Scharnitzjoch ist für mich einer der schönsten Orte in den Alpen, die Aussicht ist atemberaubend. An den Felswänden hat einer der bedeutendsten Bergsteiger der Geschichte sein Handwerk gelernt, die Legende Hermann Buhl.

Am Scharnitzjoch, Blick gen Nordosten ins Puittal

Scharnitzjoch, Blick gen Südwesten mit Hohe Munde

Seit wir uns im November angemeldet haben, läuft quasi die Vorbereitung. Mal mehr, mal weniger. Trainingstechnisch gab es keine Fragezeichen wie wir das anpacken sollten. Mehr befasste ich mich mit organisatorischem Drumrum für das „danach“, denn ich hatte vor Jahren einmal den fatalen Fehler begangen, nach einer sehr langen und anstrengenden Wanderung nichts ausser einem Stückchen Rührkuchen zu essen. Damals ging es mir 2 Tage lang richtig beschissen und seitdem achte ich sehr darauf, meinem Körper direkt und in den Stunden nach einer starken Belastung die notwendigen Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vital- und Mineralstoffe sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht vorzuenthalten. Die Erstversorgung stellt kein Problem dar, ein Proteinriegel plus Regenerationsgetränk kommt in den Beutel mit Wechselklamotten, der dann in der Registration abgegeben wird und im Finisherbereich gibt´s ja auch immer was zu futtern. Bei mir stellt sich jedoch der richtige Hunger immer so 2-3 Stunden nach der Belastung ein, jedoch wird es um diese Uhrzeit dann nicht mehr möglich sein irgendwo noch lecker essen zu gehen da es wohl dann schon so um Mitternacht sein wird. Also brauchen wir Nahrungsmittel, die wir im Pensionszimmer zubereiten können und halbwegs unseren Ernährungsgewohnheiten entsprechen. Die Auswahl fällt nun auf Mineralsuppe (Wasserkocher haben wir auf dem Zimmer) mit Backerbsen und Eierstich (aus der Dose) als Einlage, eine Auswahl an Dosenwurst und Dosenfisch, Brötchen, ggf Salat, Salzcräcker, Schokolade, Nüsse, Obst. Damit sind wir Samstag Nacht autark versorgt und müssen nicht hungerleidend im Bett liegen bzw. wie letztes Jahr mitten in der Nacht über eine Packung Salzbrezeln herfallen. Mit kühlen Getränken wird uns unsere elektrische Kühlbox versorgen.

In den letzten Tagen macht sich auch immer mehr die Aufregung in mir breit, mein Gefühlsleben in Bezug auf den ZST schwankt zwischen *Ich kann´s nicht mehr erwarten und ich würde am liebsten auf der Stelle nach Grainau fahren* gepaart mit kindlicher Vorfreude und einem Dauergrinsen im Gesicht, dann habe ich aber auch 5-Minuten-Panikattacken, wo ich mir beinahe in die Hose mache, mein Herz bis zum Hals schlägt und ich all meinen Mut zusammen nehmen muss.

Schneller als gedacht stand nun das letzte Wochenende vor der Tür, das wir gestern mit einem letzten mittellangen und lockeren Trailrun von gut zweieinhalb Stunden auf den Isartrails verbrachten und heute ging´s ins Hallenbad, eine Stunde schwimmen.

Jetzt nur noch 3 Tage Spätschicht und am Donnerstag fahren wir dann endlich nach Grainau!!!!

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6 Kommentare

  1. Hallo Neckarine!
    Wir sind überzeugt, dass Ihr den ZST schafft. Leider können wir nur in Gedanken bei Euch sein.
    Aber wir werden Euch in der Heimat ganz fest die Daumen drücken.
    rigi

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